Interview: SPD-Bürgermeisterkandidat Uwe Schneider und seine Pläne

Uwe Schneider

Gerolstein. Der Countdown läuft, noch gut vier Wochen, dann wählen die Bürgerinnen und Bürger von Gerolstein einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin. Um den Bürgermeisterposten in der Stadt Gerolstein bewerben sich drei Kandidaten und eine Kandidatin. Die Gerolsteiner SPD unterstützt ihren Kandidaten Uwe Schneider. Die Eifel-Zeitung hat mit dem gelernten Postbeamten ein Interview über seine Ziele und Ideen geführt.

EAZ: Was war Ihre Motivation für die Bewerbung?

Schneider: Seit 10 Jahren sitze ich jetzt im Stadtrat und die letzten fünf Jahre auch als Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Und nun möchte ich diese Verantwortung übernehmen und die Entwicklung der Stadt Gerolstein weiter positiv entwickeln und ihr meinen Stempel aufdrücken.

EAZ: Was macht für Sie Gerolstein lebenswert?

Schneider: Gerolstein hat sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt, ob es nun die Erneuerung des Straßenzuges in der Innenstadt mit seinen Podesten vor den Gastronomiebetrieben oder die Plätze am Rondellbrunnen oder am Altstadtparkplatz (Normaluhr) sind. Die Parkanlage an der Kyll lädt die Gäste und vor allem Familien mit Kindern zum Verweilen ein. Aber genauso wichtig ist eine gute Infrastruktur, damit meine ich das Angebot an Schulen, Kitas, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt ein Angebot an Baugebieten. Und nicht zuletzt macht Gerolstein vor allem lebenswert, dass die Natur hier direkt vor der Haustür ist. Gute Luft, gutes Wasser und viel Grün tut Leib und Seele gut.

EAZ: Welche drei Themen würden Sie als Bürgermeister nach der Wahl in Bezug auf die Stadtentwicklung als erstes angehen?

Schneider: Im Moment sind wir noch mit der Ausarbeitung des Wahlprogramms beschäftigt. Aber zur Stadtentwicklung sei Folgendes gesagt. Die Entwicklung des Brunnengeländes ist ein wichtiger Punkt, auch die Innenstadt erlebbar und sichtbar von außen zu entwickeln ist wichtig und dass sich Gerolstein weiter familienfreundlich aufstellt und weiter entwickelt (Kita-Angebot, Schulen, Ärzte und Wohnraum)

EAZ: Welche Themen liegen Ihnen persönlich sehr am Herzen?

Schneider: Ein wesentlicher Punkt ist für mich, dass die Politik die Leute vor Ort aufsuchen muss. Wir müssen mehr präsent sein und ein offenes Ohr für die Menschen haben. Es ist wichtig, dass man zuhört und die Probleme, Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger erkennt und sie wahrnimmt. Wir müssen die Menschen mitnehmen, ihnen klarmachen, dass der Stadtrat und der Stadtbürgermeister nicht über allem steht, sondern die Entscheidungen nach besten Wissen und Gewissen für die Kernstadt und ihre Stadtteile getroffen werden und natürlich muss man sich auch der Verantwortung, die Leute immer umfassend zu informieren, stellen und da gehört es auch dazu mal kontrovers zu diskutieren und in der Sache darf man ja auch unterschiedlicher Meinung sein.  Aber die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger dürfen eins nicht vergessen, sie sind von den Bewohnern gewählt worden, um Entscheidungen für die Kernstadt und für die Stadtteile zu treffen, aber niemals übergestellt sondern auf Augenhöhe mit der Bevölkerung.

EAZ: Gerolstein ist ein starker Gewerbestandort. Wo sehen Sie hier Handlungsbedarf?

Schneider: Die Entwicklung einer Stadt hängt auch davon ab, ob sie Arbeitsplätze bieten kann. Die Wirtschaftsförderung wurde in den letzten Jahren recht stiefmütterlich betrieben. Mit der Neugründung der VG Gerolstein bekommt die Wirtschaftsförderung jetzt ein neues Gesicht. Ich finde es wichtig, dass man sich Gedanken macht, wo sich Gerolstein von seinen freien Gewerbeflächen und seiner Lage her anbietet für Unternehmen, die hier an diesem Standort investieren können. Es ist aber auch klar, dass Bahn und Post für einen Ort wichtig sind und dass die Zusammenarbeit mit Handel und Gewerbe ein wichtiges Standbein für die Infrastruktur ist.

EAZ: Welche Ideen bringen Sie für Stadtmarketing /Tourismus mit?

Schneider: Auf der Ebene des Tourismus‘ tut sich ja im Moment innerhalb der neuen VG einiges und man verhandelt darüber, welche Gesellschaftsform des neuen Tourismusverbandes die richtige ist. Die Stadt Gerolstein wird zwar weiter auf das Fachwissen des Verbandes zurückgreifen können, aber ich werde mich dafür einsetzen, dass wir ein städtisches Veranstaltungsmanagments etablieren.

EAZ: Was wollen Sie für junge Familien tun?

Schneider: Ich weiß aus Gesprächen mit den Menschen vor Ort, dass die bedarfsgerechte Betreuung in den Kitas und gerade auch in Bezug auf die der unter dreijährigen Kinder eine wichtige Rolle. Dafür werde ich mich einsetzen.  Aber auch Wohnen muss für junge Familien attraktiv bleiben und werden und dazu gehört es dann auch, dass wir als Stadt, mit ihren Ortsteilen, weiteres Bauland entwickeln und hier sind auch in gewissen Bereichen der Stadt durch den Flächennutzungsplan Bauerwartungsflächen ausgewiesen. Genauso ist aber auch wichtig, dass man die leerstehenden Gebäude für junge Familien wieder interessant macht und auch mit Fördergeldern den Umbau unterstützt.

EAZ: Wie unterstützen Sie das Vereinswesen, Sport und Kultur?

Schneider: Wichtig ist für mich, dass ich mir erstmal einen Überblick verschaffe und mit allen Vereinen ins Gespräche komme.  Mich interessiert vor allem: was läuft gut, was läuft weniger optimal und was geht gar nicht. Das Vereinswesen ist eine wichtige Stütze im sozialen und kulturellen Miteinander und deshalb werde ich alle Vereine an einen Tisch holen und wir werden gemeinsam diskutieren. Die Verantwortung der Vereine und auch der Stadt mit seinem Stadtrat und dem Stadtbürgermeister Gerolstein nach vorne zu bringen sollte dabei im Vordergrund stehen.

EAZ: Der Bürgermeister wird für fünf Jahre gewählt. Wo sehen Sie die Stadt Gerolstein im Jahr 2024, wenn Sie jetzt die Wahl gewinnen?

Schneider: Ich sehe Gerolstein als starkes Mittelzentrum in der neuen Verbandsgemeinde, die nun die zweitgrößte des Landes ist. In fünf Jahren kann natürlich auch nicht alles gelingen, da spielen einfach zu viele unvorhersehbare Faktoren eine Rolle. Aber ich kann sagen, dass ich auch über die fünf Jahre hinaus gerne weiter als Stadtbürgermeister agieren möchte und Gerolstein weiter positiv entwickeln möchte. Für Gerolstein ist wichtig, dass es Bahn und Post, Schulen und Kitas, bezahlbares Wohnen und bedarfsgerechtes Wohnen für Familien und Senioren seinen Mitbürgern anbieten kann. Und das ist eine Entwicklung die über 2024 Bestand haben muss.

EAZ: Sagen Sie unseren Lesern, warum Ihnen die Gerolsteiner bei der Wahl am 26. Mai 2019 ihr Vertrauen schenken sollten?

Schneider: Weil ich ein Stadtbürgermeister sein werde, der vor Ort ist. Den man jederzeit ansprechen kann, der einem zuhört und bei Anfragen auch eine Rückmeldung gibt. Ich werde kein Bürgermeister sein, der nur in seinem Büro hockt, im Gegenteil ich verstehe mich als BÜRGERmeister, als einer, der für die Leute da ist – für die BÜRGER.  Die Erfahrung aus 10 Jahren Stadtratsarbeit wird eine Grundlage sein, die Themen, die Gerolstein zukunftsfähig machen, im Stadtrat gemeinsam und über Parteigrenzen hinaus zu erarbeiten und erfolgreich zu realisieren. Dafür stehe ich.

EAZ: Vielen Dank für das Gespräch!


Steckbrief

  • Name: Uwe Schneider
  • Geburtsort: Düsseldorf  (seit 1977 wohnhaft in Gerolstein)
  • Alter: 50 Jahre
  • Beruf: Postbeamter
  • Ehrenämter: Mitglied des Stadtrates Gerolstein (Fraktionsvorsitzender), Mitglied des VG-Rates Gerolstein (stv. FV), Kreistagsmitglied, SPD-OV Vorsitzender und stv. SPD-Kreisvorsitzender, stv. Vorsitzender der AG Jugend e.V.
  • Hobbies: Kommunalpolitik, Sport, Lesen und Freunde treffen
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