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Rudolf Meimberg

Wirtschaftswissenschaftler aus Prüm

Wie beim Raketenpionier Oscar Holderer oder beim Rechtswissenschaftler Heinrich Lehmann, so hing der Geburtsort Prüm auch beim Ökonomen Meimberg mit der dienstlichen Tätigkeit des Vaters zusammen. Rudolf Meimberg war ein Sohn des in Münster geborenen Juristen Dr. Alfred Meimberg, der im Sommer 1912 wenige Monate vor Rudolfs Geburt Regierungsrat in der Eifler Abteistadt geworden war. Alfred Meimberg, der sich zum hochqualifizierten Fachmann für Bodenkulturfragen entwickelte, beendete seine Berufslaufbahn als Oberverwaltungs¬gerichtsrat. Ein Bruder Rudolf Meimbergs war der in Düren geborene Agrarwissenschaftler Paul Meimberg (1916-1978); Professor Paul Meimberg gehörte als Präsident der Universität Gießen und in anderen Funktionen zu den Führungspersönlichkeiten der westdeutschen Universitätsgeschichte. Merkwürdigerweise wird dieses Verwandtschaftsverhältnis fast nirgendwo genannt, und auch die beiden Professorenbrüder scheinen auf dessen Erwähnung keinerlei Wert gelegt zu haben. Eventuell hat dieser Umstand mit dem im meimbergschen Elternhaus gepflegten preußischen Beamtenethos zu tun: Man wollte von der eigenen Person möglichst wenig Aufhebens machen. … weiterlesen »

Kinder der Eifel aus anderer Zeit II

360 Porträts in einem Buch mit 520 Seiten

Die Burgen, Dörfer und kleinen Städte der schönen Eifel sind im Lauf zweitausendjähriger Geschichte Ausgangspunkt vieler namhafter Kinder der Eifel aus ganz unterschiedlichen Bereichen geworden. Von Ambiorix, der Cäsar dessen größte militärische Niederlage zufügte, bis zur Trainerlegende Hennes Weisweiler, von Kurfürsten aus illustren Eifler Adelsfamilien bis zu Henny Porten, dem ersten weiblichen Filmstar: … weiterlesen »

Marie-Anne Libert -Botanikerin und Mykologin aus Malmedy

Als der Medizinprofessor C. F. Harleß (1773-1853) „Die Verdienste der Frauen um Naturwissenschaft und Heilkunde“ (Göttingen 1830) würdigte, zählte er Marie-Anne Libert „unstreitig zu den vorzüglichsten und kenntnisreichsten unter den jetzt lebenden Botanistinnen“. Dieses Lob war schon deswegen bemerkenswert, weil die 1782 in Malmedy geborene Pflanzenkundlerin eine Amateurforscherin war, die ihr Fach nicht studiert hatte und an keiner wissenschaftlichen Institution arbeitete. … weiterlesen »

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Friedrich Anton Wyttenbach

– Maler aus Trier, Sohn eines Bausendorfers

Der 1812 in Trier geborene Maler Friedrich Anton Wyttenbach war eines von sechs Kindern der geschichtlich bedeutendsten Persönlichkeit aus Bausendorf: des in Trier wirkenden Stadtbibliothekars, Gymnasialdirektors und Gelehrten Johann Hugo Wyttenbach (1767–1848). Friedrichs Mutter Maria Anna (1780–1858) war eine Schwester des bedeutenden Trierer Malers Johann Anton Ramboux (1790–1866); die Ausstrahlung dieses Onkels spielte sicherlich eine Rolle beim frühen Berufswunsch Friedrichs, Künstler zu werden. … weiterlesen »

Joseph Braun

– Theologe, Historiker und Politiker aus Hürtgenwald

„Ein vergessener Führer aus der rheinischen Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts“ – so wurde Joseph Braun von dem einflussreichen Kirchenhistoriker Heinrich Schrörs (1852–1928) bezeichnet. Die angebliche Vergessenheit Brauns hinderte Schrörs nicht, 1925 eine rund 600-seitige Biographie über ihn zu veröffentlichen. Sie bleibt eine Hauptquelle zu Leben und Werk Brauns.
Johann Wilhelm Joseph Braun kam 1801 auf dem heute zur Gemeinde Hürtgenwald gehörenden Hofgut Gronau als jüngstes von sechs Kindern des Gutsbesitzers Christoph Braun und dessen Ehe¬frau Cäcilia La¬schet zur Welt. … weiterlesen »

Michael Evenari

Israelischer Botaniker und Ökologe Sohn eines Kaufmanns aus Obergartzem

Zwei hohe Ehrungen verdeutlichen das Ansehen des Wissenschaftlers Michael Evenari: 1986 erhielt er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Staates Israel, 1988 den renommierten internationalen Balzan-Preis. Beide Preise würdigten das Lebenswerk des Pflanzenforschers, der sich besonders um die ökologisch und ökonomisch wichtige Erforschung des Wachstums unter wasserarmen Bedingungen verdient machte. … weiterlesen »

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Richard A. Isay

Amerikanischer Psychoanalytiker und Psychiater, Enkel eines Auswanderers aus Schweich

Bis weit ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts wurde Homosexualität nicht nur von großen Teilen der amerikanischen Bevölkerung, sondern auch von Psychoanalytikern und Psychiatern als Störung und Fehlentwicklung, teilweise sogar als Krankheit, angesehen. Die älteste Berufsvertretung der US-Psychoanalytiker, die American Psychoanalytic Association (APsaA), verweigerte Menschen, die sich offen als Homosexuelle bekannten, eine Tätigkeit an ihren Einrichtungen. Erst 1973 wurde Homosexualität von der größten US-Psychiater-Vereinigung, der American Psychiatric Association (APA), offiziell aus der Liste der Krankheiten gestrichen. Gleichwohl änderte sich dadurch die Einstellung von Psychiatern und Psychoanalytikern nicht von einem Tag auf den anderen. Unter den Persönlichkeiten, die die konventionelle Haltung der Psychoanalyse reformierten, kommt Richard Isay besondere Bedeutung zu. Für Isay beruhte Homosexualität nicht auf einer Fehlentwicklung der kindlich-ödipalen Phase, sondern er sah sie als eine genauso „natürliche“ sexuelle Orientierung wie die Heterosexualität. … weiterlesen »

Leonhard Schmitz

– Lehrer, Übersetzer und Gelehrter aus Eupen

Der Name des 1807 in Eupen geborenen Leonhard Schmitz klingt für rheinische Verhältnisse nicht ungewöhnlich, aber sein Lebensweg verlief in durchaus ungewöhnlichen Bahnen. Schmitz, der britischer Staatsbürger wurde, war ein Hauptvermittler zwischen deutscher und britischer Gelehrtenkultur im 19. Jahrhundert.
Die Anfänge dieses Mannes, der später auch englische Prinzen unterrichtete, waren bescheiden und von Leid überschattet. Sein Vater Thomas Joseph arbeitete als Spinner im heimischen Textilgewerbe; er starb bereits, als Leonhard erst zehn war. Als Kind verlor Leonhard durch einen Unfall den rechten Arm. Trotz solcher Schicksalsschläge schaffte der höchst sprachbegabte Schüler das Abitur am Gymnasium in Aachen und konnte dank eines Stipendiums Philologie und Geschichte in Bonn studieren. Während seines Studiums von 1828 bis 1832 hörte er Vorlesungen bei überragenden Gelehrten, die bis heute in der Fachwelt einen außerordentlichen Ruf haben: Das gilt sowohl für den Althistoriker Barthold Georg Niebuhr (1776–1831) als auch für den Philologen und Archäologen Friedrich Gottlieb Welcker (1784–1868).
Nach dem Examen unterrichtete Schmitz als Gymnasiallehrer und erteilte Privatunterricht. Zu seinen Schülern gehörte Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der spätere Ehemann der britischen Königin Viktoria; der Kontakt zu ihm ging nie verloren. Weitaus lebensprägender wurde die Beziehung zur Britin Eliza Mary Machell, die er in Bonn kennenlernte. Die beiden heirateten 1836 und zogen alsbald dauerhaft nach Großbritannien; aus der Ehe gingen sechs Töchter und fünf Söhne hervor.
In England lebte Dr. Schmitz – er hatte 1841 den Doktortitel der Universität Bonn erhalten – zunächst hauptsächlich von seiner Arbeit als Privatlehrer in Yorkshire und vom Übersetzen wissenschaftlicher Werke. Intensiv befasste er sich weiterhin mit philologisch-historischen Forschungen. Unterstützt von einem gelehrten Freundeskreis gründete er 1843 „The Classical Museum“, eine Vierteljahresschrift für Philologie, antike Geschichte und Literatur. Zu den Beiträgen, die er darin selbst veröffentlichte und die seine Expertenschaft als Altphilologe eindrucksvoll belegten, zählt eine Abhandlung über die Xenophon zugeschriebene Apologie des Sokrates. Hohe Anerkennung erwarb sich Schmitz, der mehrere Ehrendoktortitel erhielt und Fellow der Royal Society of Edinburgh wurde, durch Herausgabe und Übersetzungen von Arbeiten Niebuhrs.
1845 wurde Schmitz, dessen perfekte Beherrschung der englischen Sprache Bewunderung hervorrief, Rektor der Royal High School in Edinburgh. Er blieb in dieser ehrenvollen Position 20 Jahre lang und modernisierte während dieser Zeit das Lehrangebot der renommierten Schule. Einen vielbeachteten Erfolg konnte der Eupener verbuchen, als Prinzgemahl Albert seinen Sohn, den späteren König Edward VII., zur Ausbildung nach Edinburgh schickte und Schmitz persönlich den Kronprinzen in römischer Geschichte unterrichtete. Auch während seiner Zeit in Schottland setzte Schmitz, der eine einfache und zurückgezogene Lebensweise bevorzugte, seine Privatgelehrtentätigkeit fort, veröffentlichte umfangreich zur römischen Geschichte und verfasste Bücher für den Schulunterricht. Die Übersetzungstätigkeit von Schmitz gilt als einer seiner bedeutsamsten kulturellen Verdienste. In einer Zeit, in der die Beherrschung des Englischen bei Deutschen nicht annähernd vergleichbar war mit dem heutigen Stand, kam diesem sprachlichen Kulturtransfer eine besonders hohe Bedeutung zu. Schmitz übersetzte deutsche und englische Werke in die jeweils andere Sprache.
1866 verließ er die schottische Hauptstadt und zog nach London, wo erster Direktor des London International College wurde. Diese auf Initiative des Unternehmers und Liberalen Richard Cobden damals gegründete Schule ist bildungsgeschichtlich von besonderer Bedeutung. Sie gehörte sie zu den frühesten Einrichtungen, die bewusst eine Schülerschaft aus unterschiedlichen Ländern zusammenführte, um sie im Geist der Völkerverständigung zu vereinen und nationalistischem Denken entgegenzuwirken. Zudem war das College eine der ersten Schulen ohne körperliche Bestrafungen.
Zu den betrüblichsten Ereignissen im Leben von Leonhard Schmitz gehörte der frühe Tod seines ältesten Sohnes, des Mediziners Dr. Carl Theodor Schmitz, der 1862 nach einem aufopferungsvollen Einsatz gegen eine Cholera-Epidemie in Indien auf der Rückreise starb. Die Tochter Leonora Schmitz, verheiratet mit dem schottischen Naturhistoriker John Young (1835–1902), studierte in Leipzig und wurde eine angesehene britische Musikkritikerin. Eine weitere Tochter,
L. Dora Schmitz, machte sich einen Namen als Autorin und Übersetzerin von Shakespeare und Goethe.
Dr. Leonhard Schmitz erlag im Mai 1890 im Alter von 83 Jahren einer Grippeerkrankung und wurde auf dem Hampstead-Friedhof in London beigesetzt. In Eupen selbst hatte man den Sohn des Ortes nicht vergessen. Der Heimatforscher und Postdirektor Christian Rutsch schrieb 1879 stolz: „Manche deutsche Lehrer haben in England mit mehr oder weniger Erfolg Privatschulen gegründet, aber keinem außer Schmitz ist es gelungen zum Direktor eines englischen College aufzusteigen.“
Verfasser: Gregor Brand

Johannes Klais

Orgelbauer aus Lüftelberg

Das Gebiet zwischen Köln und Trier bringt seit Jahrhunderten sowohl herausragende Organisten als auch große Orgelbauer hervor. Was den Orgelbau betrifft, so zählt „Johannes Klais Orgelbau“ weltweit zur Crème de la Crème der traditionsreichen Branche. Das Familienunternehmen wurde noch im 19. Jahrhundert von Johannes Klais gegründet und wird heute von Philipp Klais, einem Urenkel des Gründers, geführt. Es ist Paradebeispiel eines „Hidden Champion“, wie Hermann Simon diese Art von Weltmarktführern mit seinem international so berühmt gewordenen Ausdruck definiert. Über die Klais-Orgeln schrieb Caterina Lobenstein 2015: „Sie stehen im Kölner Dom und in den Twin Towers von Kuala Lumpur, im größten Konzertsaal von Buenos Aires und im Pekinger Nationaltheater.“ Neben weiteren eindrucksvollen Standorten könnte man auch den Trierer Dom nennen oder die neue Hamburger Elbphilharmonie, deren Orgel ebenfalls von Johannes Klais Orgelbau stammt. … weiterlesen »

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Max Ernst

Maler, Bildhauer und Graphiker aus Brühl

Max Ernst gehört zu den international bekanntesten deutschen Malern des 20. Jahrhunderts. Der Name der 1891 in Brühl geborenen Künstlers ist nicht nur maßgeblich mit der Geschichte so berühmter Kunstrichtungen wie Dadaismus oder Surrealismus verbunden, sondern auch mit der Entwicklung eigentümlicher Bildwelten und künstlerischer Verfahren.

Max Ernst war ein Sohn des Lehrers Philipp Ernst (1862-1942) und dessen Ehefrau Luise Kopp und wuchs als drittes von neun Kindern auf. Sein Vater verdiente den Lebensunterhalt für die große Familie durch Unterricht an der Taubstummenanstalt Brühl, daneben malte er halbprofessionell als realistischer Maler auf bemerkenswertem Niveau. Der Malunterricht, den er seinen Kindern erteilte, fiel bei Max, dem ältesten Sohn, auf fruchtbaren Boden. Nach dem Abitur studierte Max Ernst ab Sommersemester 1910 an der Universität Bonn Altphilologie, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte und wandte sich sowohl theoretisch als auch praktisch immer stärker der Malerei zu. … weiterlesen »

Peter Plein – Richter und Kriegsblinder aus Mürlenbach

Als sich der Gymnasiast und Kriegsfreiwillige Peter Plein zu Beginn des 1. Weltkriegs in Uniform fotografieren ließ, ahnte er nicht, dass er bald niemals wieder sich oder andere sehen konnte: Im September 1915 verlor er an der Dolomitenfront durch eine Mine das Augenlicht. Trotz seiner Erblindung schaffte er Abitur, Studium, Promotion und beendete seine Berufslaufbahn als Richter am Bundessozialgericht. Sozial wohl noch relevanter war sein Einsatz zugunsten anderer Kriegsblinder. Jahrzehntelang war der blinde Richter aus der Eifel die überragende Persönlichkeit der deutschen Kriegsblinden. … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.