„Die Zerstörung der Heimat“

In Zeiten zinslosen Geldes, das für manche windige Zeitgenossen scheinbar unbegrenzt verfügbar  ist, wird zurzeit in jeden Blödsinn investiert. Oft in Großbaustellen, bei denen auch die Politik die Hände im Spiel hat, hochsubventioniert, aber letztendlich muss der Steuerzahler die Zeche zahlen.  Baumaßnahmen die oft nicht richtig geplant, technisch nicht funktionieren und die vor allem keiner braucht. Siehe Nürburgring, Stuttgart 21, Flughafen Berlin und viele weitere Leuchtturmbaustellen. Jetzt sollen auch die noch weitgehend naturbelassenen Wälder der Vulkaneifel für eine „Prämie für Natur und Landschaftszerstörung“ mit Riesenwindrädern zugestellt werden? „Windindustrieanlagen,
50 m höher wie als Kölner Dom.“ Ich hoffe, dass sich dieser Unsinn noch stoppen lässt!

Durch die „nach der Katastrophe in Fukushima“ von der Bundesregierung – eigentlich überstürzt – ausgerufenen Energiewende, die bundesweit bis 2050 abgeschlossen sein soll (in Rheinland-Pfalz bis 2030), fällte die rot-grüne Landesregierung, gestützt auf das EEG und den LEP IV (nachlesen), die fatale Entscheidung Windindustrieanlagen in die noch weitgehend naturbelassenen Wälder der höher gelegenen, dünn besiedelten Mittelgebirgsregionen zu stellen. Sicher nicht nur wegen der besseren „Windhöffigkeit“, sondern auch mit dem Hintergedanken, hier den geringsten Widerstand zu erwarten! Früher Protest war nicht möglich, weil die Bürger an den Planungen oft nicht ausreichend beteiligt wurden.

Seit Mitte 2011 entwickelt sich hecktisch Geschäftigkeit, auch hier in der Vulkaneifel. Wie von der Landesregierung gewollt, schwärmten die Zuträger der Windbarone (Investoren) aus und klopften, fast täglich an die Türen der Ortsbürgermeister und lockten mit Summen von 40.000 – 70.000 € pro Windrad und Jahr. Die möglichen Standorte für WEAS=Windenergieanlagen, wurden den Gemeinden „von deren Betreibern gezeigt“. Dabei konnte die Anzahl der Standorte von Betreiber zu Betreiber auch mal zwischen 3 und 8 liegen! Eine übergeordnete Planung und Koordinierung ist bei den  „Windindustrieanlagen im Wald“ scheinbar nicht vorgesehen. Für den Bau einer Holzhütte im Staatsforst, ohne Strom und Wasser, würde man nie eine Baugenehmigung bekommen.

Weitgehend ohne die Bevölkerung hinreichend zu informieren wurden auch von kleinen Ortsgemeinden Vorverträge mit Windkraftfirmen, je nach Zahl der Windräder, von zum Teil „über 20 Millionen Euro?“ unterschrieben (ein Windrad der 3,5 MW-Klasse, ca. 200 m hoch, soll etwa 3,5 Million Euro kosten). Das Ganze wurde von den Verb.-Gemeinde-Verwaltungen beratend begleitet. Sicher nicht ohne Eigennutz, denn die übergeordneten klammen Verwaltungen wollen auch am erwarteten Geldsegen aus der Windkraft beteiligt sein. Erst die „Sturm im Wald“ Leute haben vor etwa 4 Wochen die Bürger in der Verbandsgemeinde Kelberg über die geplanten 50 möglichen Standorte informiert.
Eine Prüfung auf  Natur und Landschaftsverträglichkeit soll jetzt, nachdem die Verträge geschlossen sind, bis Spätsommer erfolgen. Warum erfolgte diese Prüfung nicht „vor Unterzeichnung der Verträge?“

Natur und Landschaftsschutz wird eher nachrangig behandelt. Als Ausschlusskriterien bleiben nur der Rotmillan und der Schwarzstorch übrig. Das ist zwar lobenswert, es ist aber bedenklich, dass alle anderen Tiere des Waldes, wie z.B. Habicht, Bussard, Sperber, Schleiereule, Fledermaus, Wildkatze und viele andere Tiere und Insekten nur noch eine Nebenrolle spielen. Dass Zugvögel von den schnell laufenden Flügeln erschlagen werden können wird hingenommen!

An Menschenschutz hat man seitens der Landesregierung sicher nicht gedacht, als man die Abstände der Riesenräder von Wohngebieten, von vormals 1000 m, auf jetzt nur noch 800 m, (von einzelnen Gehöften nur 500 m) verkürzt hat. Fachleute sagen, dass als Mindestabstand „die Zehnfache Höhe der Windräder zwingend notwendig wäre“. Dass wären bei 200 m Höhe = 2000 m Abstand. Mögliche Gesundheitliche Schäden für die Menschen durch Dauerbeschallung, Schattenwurf und rote Blinklichter, sind noch gar nicht erforscht. Auch nicht die negativen Auswirkungen von Riesenwindrädern auf das empfindliche Ökosystem Wald. Vor allem auf die Störung des  Wasserhaushaltes. Auf den – im großen Radius um die Windindustrieanlagen – von Riesenbaumaschinen festgefahrenen Böden wächst kein Baum und Strauch mehr.

Ich habe nichts gegen den maßvollen Einsatz alternativer Energien, auch nicht gegen eine Natur- und Menschenverträgliche Nutzung von Windenergie. Ich bin aber gegen den Wahnsinn Riesenwindräder in unsere Wälder zu stellen!

Wie unkoordinierte Natur und Landschaftszerstörung aussieht, kann man jetzt schon im Hunsrück sehen. Im Dreieck Kastellaun, Simmern, Rheinböllen. Dort werden auch kleine Dörfer mit Windrädern und auch mit Solarfeldern oft planlos zugestellt. Ehemalige Landschaftsschutzgebiete, wie der Soonwald werden entwidmet und Windräder bis 7.5 MW Leistung, ca.200 m hoch (Typ E 126) mit einem Gesamtgewicht, mit Fundament, von 7.000 Tonnen und einem Sockeldurchmesser von 16,5 m, aufgestellt. Waldflächen, von bis zu 1 Hektar werden für 1 Riesenrad abgeholzt. Auch durch Schlagen von Schneisen, von 8 – 12 m breit, für befestigte Zuwege, geht viel Wald verloren.

Seltene Tiere wie die Wildkatze und noch viele  Andere, werden vertrieben durch den Lärm im weiten Umkreis der Riesenräder, „der gefühlt dem Lärm in der Nähe eines Flugplatzes entspricht“. Diesen Wahnsinn im Soonwald, oberhalb des Ortes Ellern bei Rheinböllen, sollte sich jeder einmal ansehen“. Rund um Simmern/Hunsrk. werden noch etwa 180 Riesenwindräder aufgestellt. Wenn diese Verschandelung einer ehemaligen Ferienregion  abgeschlossen ist bleibt eine geschundene, verbaute Landschaft zurück in der man von jeder höheren Stelle 100 bis 200 Riesenwindräder sieht. Die Folgen dieser maßlosen Natur und Landschaftszerstörung für die Menschen im Hunsrück kann man noch gar nicht abschätzen!
Hoffentlich bleibt uns dieser Wahnsinn in der Vulkaneifel erspart!

Sollte sich dieses zweifelhafte Genehmigungsverfahren der rot-grünen Landesregierung später als „rechtswidrig“ herausstellen (siehe als Beispiel das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich, welches den Steuerzahler schon 9 Milliarden Euro gekostet hat) und die Riesenwindräder stehen schon, wird das Chaos perfekt sein! Die Investoren werden sich durch Konkurs aus der Verantwortung stehlen. Man wird den unterzeichneten Ortsgemeinden womöglich die alleinige Schuld zuweisen. Die übergeordneten Verwaltungen, die ja nur beratend tätig waren, sind juristisch nicht zu belangen.

Kein Unternehmer oder Privatmann würde in Windkraft Solar oder Biogas auf eigene Kosten und Risiko investieren, wenn diese Investition nicht über 20 Jahre hoch subventioniert würde! Der Bau von noch nicht vorhandenen Stromleitungen zu den Windparks soll in den nächsten fünf Jahren erfolgen?  Die Kosten sollen „auch vom einfachen Steuerbürger“ über den Strompreis bezahlt werden. Der mit Wind, Solar und Biogas viel zu teuer erzeugte zusätzliche Strom, der nur manchmal verfügbar und nicht speicherbar ist, wird zurzeit gar nicht gebraucht. Man hört, dass Deutschland im letzten Sommer Strom nach Holland, Tschechien und sogar nach Frankreich verschenkt hat.

Durch Kürzung der staatlichen Zuschüsse sind in der deutschen Solarindustrie schon über 30.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Auch einige große Windradhersteller und deren Zulieferer sind schon pleite. „Die Welt schaut mittlerweile fragend auf diesen merkwürdigen Alleingang von Deutschland!“ Diese, schon jetzt nicht mehr bezahlbare, gigantische Fehlplanung aus Dummheit und Gier die sich harmlos „Energiewende nennt“, wird möglicherweise nicht nur unsere Heimat zerstören, sondern auch noch unsere Enkel und Urenkel belasten!

Man war und ist in der Eifel, besonders im Vulkaneifelkreis, auf einem guten Weg mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur. Dies trägt, wie es die steigenden Übernachtungszahlen belegen, mittlerweile Früchte. Gastronomie, Privatpensionen und Ferienparks (besonders der Center-Parc in Gunderath mit 460 Ferienhäusern, 265 Mitarbeitern und etwa 440.000 Übernachtungen/Jahr), haben viel investiert und leben vom Fremdenverkehr in einer „noch“ traumhaften Landschaft. Einem Pressebericht zufolge soll der Vulkaneifelkreis im November sogar mit dem Titel „Unesco-Geoparcs, für herausragende geologische Landschaften“ ausgezeichnet werden. Diesen Weg muss man weiter gehen!
Erwin Michels, Retterath