Leserbrief: Ihr Leserbrief „Ausgetrickst von den Biotonnen-Gegnern“

in der Eifel-Zeitung vom 04.03.2020

Sehr geehrter Herr Hüppeler, Ihre Leserbriefe bezüglich „Mülltütchen der A.R.T.“ lese ich regelmäßig (natürlich auch alle anderen zu diesem Thema). Interessant finde ich Ihre Briefe ganz besonders deshalb, weil sie doch sehr viele belegbare Informationen enthalten, die man als Außenstehender, sofern mit der Materie nicht vertraut, gar nicht weiß. Danke dafür.Aber sollte man nicht vielleicht doch mal bedenken, dass es für den/die Initiatoren dieses Desasters gar nicht so einfach ist, die Angelegenheit wieder auf „Null“ zu bringen, sprich: die alte und bisher (sogar bundesweit) geschätzte Variante „braune Biomülltonne“ wieder aufleben zu lassen? Denn wenn man ein altes, bewährtes System „vom Markt nimmt“ und ein neues einführt, dann bedeutet das immense Entwicklungs-/Herstellungs-/ und Distributionskosten.Und so etwas kann dann schon mal in die Millionen Euro gehen. Hätte der Bürger da nicht das Recht zu verlangen, dass derartige Kosten öffentlich gemacht werden, wenn er schon dafür in die Zahlungspflicht genommen wird? Vor allem dann, wenn das neue System nicht so funktioniert, wie sich die Initiatoren dies in Trier erträumt hatten? Und je nachdem, wie hoch diese Kosten wirklich sind, ist es dann nicht verständlich, dass A.R.T. versucht, dem Bürger/prospektiven Nutzer dieses neue System aufzu-oktroyieren?

Das alte Sprichwort sagt: Wer bestellt, der bezahlt. Da es der Bürger/prospektive Nutzer nicht bestellt hat, muss man nun sicherlich „tricksen“, denn wenn man einen Kaufvertrag über Mülltütenkörbchen, Tütchen, Rollcontainer, etc. etc.  mit Herstellern abgeschlossen hat, dann muss der Besteller die Ware auch abnehmen und bezahlen. Dem Hersteller ist es egal, ob das System funktioniert oder nicht, der will seine Vertragserfüllung, sprich: sein Geld! Ganz wichtig ist es auch für den/die Initiatoren, möglichst noch vor den ersten heißen Wochen in diesem Jahr die Sache irgendwie zu dem von ihnen gewünschten Abschluss zu bringen, also bevor es noch mehr zum Himmel stinkt. Schade fände ich es wirklich, wenn Land und/oder Kreis oder wer immer nun dafür zuständig ist, sich weiterhin politisch uneinsichtig zeigten, den Bürgerwillen nicht akzeptieren zu wollen (oder eben auch nicht können aus Kostengründen?)

Ich bin zwar schon eine alte Frau, aber ich habe irgendwann einmal gelernt: Demokratie (altgriechisch) bedeutete damals Herrschaft des Staatsvolkes und bedeutet heute: politisches System, in dem Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Als Gegenteil davon kann man Autokratie (ebenfalls aus dem Griechischen) anführen. Autokratien bezeichnet man in der Politikwissenschaft als eine Herrschaftsform, in der eine Einzelperson oder auch eine Personengruppe politische Macht ausübt, oder mehrere Machtträger sich selbst kontrollieren.

Und es wird mit dem neuen System noch viel mehr zum Himmel stinken, muss man doch bei Entfernungen bis zu zwei Kilometer (hin und zurück) jedes Mal das Auto anlassen und durch den Ort fahren, um das stinkende Tütchen los zu werden. Da leidet das Fahrzeug, der Motor wird nicht warm, der Auspuff gibt viel schneller den Geist auf. So viel mehr zusätzliche und normalerweise nicht notwendige Abgase verpesten auch das Klima. Und man muss insgesamt acht Kilometer fahren, wenn man weitere dieser Tütchen beschaffen will. Es ist schon vielen meiner Freunde passiert, dass diese letztere Fahrt umsonst war, weil es keine Tütchen auf Vorrat gab. Dann überlegt sich so mancher Bürger, wie er dieses Desaster auf eine andere Art und Weise aus der Welt schaffen kann: Ich habe noch nie so viele Abfälle an und in Straßengräben, Feld- und Waldwegen und Parkplätzen an Aussichtspunkten unserer schönen Eifel gesehen, wie in der letzten Zeit.

Sie, sehr geehrter Herr Hüppeler, halten uns bitte auf dem Laufenden. Danke!

J. Offermanns, Esch

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