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117.500 Zuschauer feiern den 33. Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix

Nürburgring. Kein einziger Regentropfen, dafür vier Tage Sonne satt: Besser hätten die Rahmenbedingungen nicht sein können beim 33. Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Auch deshalb war die Großveranstaltung erneut sehr gut besucht: Veranstalter ADAC Mittelrhein e.V. zählte insgesamt 117.500 Besucher. So strömten am Freitag 19.000, am Samstag 53.000 und am Sonntag 45.500 Zuschauer in die Eifel. Einen Termin für die 34. Auflage gibt es auch schon: 2019 findet der ADAC Truck-Grand-Prix vom 19. bis 21. Juli statt.

Auch bei der 33. Auflage war die bewährte Mischung aus packenden Motorsportrennen, Messe und Musik der Garant für den enormen Zuschauerandrang. Das zieht seit jeher Trucker, Countryfans und Vertreter aus der Automobil- und Zuliefererbranche in die Eifel.  „Unser Konzept kommt an“, freute sich ein rundum zufriedener Dr. Klaus Manns, Vorsitzender des veranstaltenden ADAC Mittelrhein e.V., über eine rundum gelungene Veranstaltung. Vor allem kommen die Trucker hier hautnah in Kontakt mit ihren Idolen und deren Fahrzeugen. Traditionell schauen auch immer viele Familien vorbei, deren Kinder sich in der „Family Event Area“ auf Hüpfburgen und Rutschen sowie beim Kistenklettern, Glücksrad und beim Bullenreiten austoben.

Der Motorsport verändert sich, und der Veranstalter ADAC Mittelrhein e.V. reagiert darauf, indem er diesen Bereich von Jahr zu Jahr weiter entwickelt und für die ganze Familie ein Angebot bereithält.Heiße Tage, heiße Rennen – der Motorsport der Schwergewichte hatte es beim 33. Internationalen ADAC-Truck-Grand-Prix mal wieder in sich. Bei den Rennen um die FIA-Europameisterschaft hatte sich der vierfache Titelträger und derzeit Führende in der Gesamtwertung, der Schwarzwälder Jochen Hahn, eine Menge vorgenommen für das Heimspiel in der Eifel. Doch an Tag eins lief es nicht wie gewünscht für den Schwarzwälder. Im Zeittraining musste sich der Iveco-Pilot vom Team Schwabentruck mit der zweitschnellsten Zeit begnügen.

Die Pole Position sicherte sich der Mercedes-Pilot Atonio Albacete vom Team Truck Sport Bernau. Und auch im ersten von vier Cup-Rennen hatte der Spanier am Ende die Nase vorn. Hahn versuchte zwar alles, war auch schneller als sein Widersacher. Doch Albacete machte keinen Fehler und folglich gab es für Hahn auch kein Vorbeikommen. Im zweiten Cup-Rennen, in dem die erste acht aus Rennen eins in umgekehrter Reihenfolge starten, fiel Hahn nach einem Fahrfehler gar auf Platz 12 zurück und blieb ohne Punkte. Dennoch gab es Jubel beim Team Schwabentruck. Die Iveco-Piloten Steffi Halm und Altmeister Gerd Körber (beide Iveco) sprangen für Hahn in die Bresche und legten einen Doppelerfolg hin.

Es war der erste Saisonsieg für die stark fahrende Steffi Halm. Sascha Lenz aus Plaidt (MAN) kam in beiden Rennen nicht so recht ins Rollen, musste sich mit zwei neunten Plätzen am Samstag begnügen. Am Sonntag im dritten Rennen durfte sich Hahn endlich über seinen ersten Sieg an diesem Wochenende freuen: Von der Pole Position fuhr er auf Platz eins. Zweiter wurde Albacete, der davon profitierte, dass René Reinert eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt bekam: Reinert hatte in einer Schikane unerlaubt eine Abkürzung genommen und wurde direkt nach dem Rennen von zwei auf drei versetzt. Sascha Lenz fiel nach einem Dreher kurze Zeit nach dem Start auf den letzten Platz zurück.

Der Plaidter kämpfte sich aber noch auf Rang zehn vor – und profitierte auch davon, dass Steffi Halm und Norbert Kiss ausfielen. Im vierten Lauf fuhr Anthony Janiec einen Start-Ziel-Sieg ein. Zweiter wurde Andre Kursim, Dritter Adam Lacko. Da die ersten acht des dritten Laufs in umgekehrter Reihenfolge an den Start gegangen waren, musste Hahn von Platz acht ins Rennen gehen. Er arbeitete sich noch auf Platz fünf vor. Sascha Lenz, von Platz zehn gestartet, fuhr zwischenzeitlich auf Rang vier vor, dann aber immer weiter zurück und letztlich als Achter über den Zielstrich. Die beiden Samstag-Rennen im Mittelrhein Cup wurden dominiert vom Briten Ryan Smith (MAN), der beide Läufe gewann.

Lokalmatador Heinz-Werner Lenz schlug sich in seinem Mercedes achtbar, wurde einmal Siebter und einmal Achter. “Eigentlich wollte ich ja nicht mehr fahren. Aber das geht irgendwie nicht, es macht mir immer noch großen Spaß, gerade hier beim Heimrennen in der Eifel”, schwärmte Lenz senior, der nach wie vor auf seine zahlreichen Fans auf dem Ring bauen kann. m Sonntag bestätigte Smith im dritten Rennen seine hervorragende Form – und siegte erneut vor seinem Landsmann David Jenkins. Heinz-Werner Lenz fuhr erneut einen achtbaren siebten Platz ein. Den vierten und letzten Lauf an diesem Wochenende im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix gewann Jamie Anderson.

Heinz-Werner Lenz war zwar von Platz zwei gestartet, fiel nach einem Crash aber ans Ende des Feldes zurück und wurde sogar von mehreren Fahrern überrundet.  Erfolgreichster Truck-Racer des Wochenendes und damit Truck-Master Germany wurde der Brite Ryan Smith mit drei Siegen im Mittelrhein-Cup. Das gemeinsame TruckSymposium von ADAC Mittelrhein und TÜV Rheinland hat sich seit 13 Jahren als feste Größe im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix am Nürburgring etabliert. Beim diesjährigen führenden Branchentreff lautete das Thema: „Extremer Fahrermangel gefährdet die Versorgung der Gesellschaft – Politik und Unternehmen brauchen dringend Lösungen“.

Nach dem Grußwort der rheinland-pfälzischen Landesregierung von Dr. Volker Wissing, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, sagte Dr.-Ing. Klaus Manns, Vorsitzender ADAC Mittelrhein, bei der Eröffnung der Fachkonferenz am Nürburgring: „Die Wirtschaft verlangt einerseits nach immer mehr Transportleistung. Dem gegenüber stehen andererseits ein überalterter Arbeitsmarkt an Kraftfahrern und die schwache Nachwuchslage – auf jährlich 50.000 neue Rentner kommen lediglich 10.000 Berufsanfänger. Geht es so weiter, dann gefährdet der Fahrermangel unsere Wirtschaft und stellt sogar unsere Versorgungssicherheit in Frage. Kraftfahrer sind zu einem knappen Gut gewonnen. Zeitgemäße, individualisierte Arbeitsmodelle sind ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung.“

Der Job des Lkw-Chauffeurs muss für Dr. Manns viel mehr im Einklang mit den Familien- und Freizeitinteressen des Einzelnen stehen als bisher. Es sollten darüber hinaus zusätzliche Sozialleistungen und eine arbeitnehmerfreundliche Arbeitsorganisation auf den Weg gebracht werden, damit der Beruf des Kraftfahrers zumindest in Teilbereichen für Frauen attraktiver wird. Auch für das Leben unterwegs muss das Umfeld für den Kraftfahrer optimiert werden. Dahinter verstecken sich Aufgaben an die Politik. „Es braucht mehr und sichere Stellplätze und mehr Sozialangebote für die Kraftfahrer vor Ort, damit die Zeiten des stressigen Parkplatzsuchens und unwürdigen Schlafens in naher Zukunft vorbei sind“, unterstrich Dr. Manns.

Der Truck-Grand-Prix ist mit mehr als 80 Ausstellern nach der nur alle zwei Jahre stattfindenden IAA in Hannover die zweitgrößte Nutzfahrzeugmesse in Deutschland. Damit erweist sie sich nicht nur als Zuschauermagnet, sondern ist für Spediteure, Logistiker, Transportunternehmer und Lkw-Fahrer der wichtigste Branchentreff. Und sie erlebte bei dem tollen Sommerwetter einen Riesenandrang der vielen Besucher.  Auch in diesem Jahr waren vier der sieben großen Lkw-Hersteller vor Ort. Erstmals meldete der Vermarkter der Flächen, die EuroTransportMedia Verlags- und Veranstaltungs-GmbH (ETM) aus Stuttgart bereits im April die mehr als 24.000 zur Verfügung stehenden Quadratmeter als ausverkauft.

Jeder Quadratmeter wird genutzt, sehr zur Freude des überwiegend fachkundigen Publikums. Den Publisher der ETM Verlags- und Veranstaltungs GmbH, Paul Göttl, freut, dass es auch in diesem Jahr insbesondere im Bereich der Hospitality-Flächen eine deutliche Steigerung gibt. „Die Aussteller laden vermehrt ihre bestehenden und potentiellen Kunden ein. Das wird dem Ruf des Truck-Grand-Prix` als Branchentreff einmal mehr gerecht. Während sich die Familie im Fahrerlager die Zeit vertreibt, kann sich der Kraftfahrer über die Errungenschaften der Technik informieren, die seinen Arbeitsplatz sicherer und auch komfortabler machen.

Einer der Höhepunkte des Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix ist der traditionelle Korso der Herstellerfirmen, am Samstag und Sonntag über die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings: Hier präsentieren sie ihre Trucks, Sattelschlepper, Campingfahrzeuge, Busse, Feuerwehr- und Polizeiautos und Co. Zum Rahmenprogramm der Truckrennen von FIA-Europameisterschaft und Mittelrhein-Cup gehörte in diesem Jahr der GT4 Central European Cup.  Der direkte Kontakt zwischen Truck-Piloten und Fans ist es, was den Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix am Nürburgring ausmacht. Und so ist inmitten des Fahrerlagers, genau neben dem Parque Fermé, auch bei der 33. Auflage das Fan Village beheimatet. Betreut von der ETRA Promotion GmbH gibt es dort vom frühen Morgen bis weit nach dem letzten Rennen jede Menge Unterhaltung.

Egal ob Siegerehrung, Autogrammstunde, Musik oder Gewinnspiel: Das Fan Village ist der richtige Anlaufpunkt für die Fans vor und nach den Rennen. „Wir bringen Fans und Fahrer zusammen. Zugleich ist aber auch für Unterhaltung und Abwechslung von Groß und Klein gesorgt“, erklärt Eventmanagerin Janine Meyer von der European Truck Racing Association (ETRA), bei der die koordinatorischen Fäden an diesem Wochenende zusammen laufen. Das Fan Village kommt aber nicht nur bei den Fans gut an. Auch die Fahrer zeigen sich begeistert von dem neuen „Zuhause“ und freuen sich, noch stärker den Kontakt mit den Fans pflegen zu können. So finden hier auch die Pressekonferenzen nach den Rennen statt und nicht, wie von anderen Medienserien bekannt, abgeschottet im Mediacenter.

Wie die Industriemesse so gehört natürlich auch das zweitägige Truck-Rock-Open-Air-Festival zum Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix dazu. In der Müllenbachschleife treten seit Jahrzehnten an zwei Tagen verschiedene Sänger der Country-, Folk- und Rockszene vor begeisterten Zuschauern auf. In diesem Jahr waren unter anderem dabei: Truck Stop, Jessica Lynn, Ann Doka und natürlich Tom Astor, der bei seinem 33. Auftritt beim Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix wieder mal einen emotionalen Höhepunkt setzte. Einen absoluten Höhepunkt bildete auch das große Feuerwerk, das am Samstagabend in der Müllenbachschleife gezündet wurde – mit dem hell erleuchteten Motto „Helden der Straße“.

 

 

 

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