THW plant Bau von zehn Behelfsbrücken im Ahrtal

Dernau (dpa/lrs) – Mehr als 60 Brücken sind bei der tödlichen Sturzflut im Ahrtal zerstört worden – mit zehn Behelfsbrücken will das Technische Hilfswerk (THW) gravierende Verkehrslücken schließen. Die Anwohner seien dankbar, sagte THW-Sprecher Michael Walsdorf: «Da kommen auch welche mit Kaffee zu uns.»

Nach einer schon in Betrieb genommenen ersten zweispurigen THW-Brücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei am vergangenen Sonntag eine zweite einspurige Flussquerung in Dernau fertigstellt worden, die im Laufe dieser Woche für den Verkehr inklusive Lastwagen freigegeben werden soll. «Sie ist von etwa 40 bis 50 Kräften mit Muskelkraft in zwei Tagen gebaut worden», erklärte Walsdorf. Mit Betonfundamenten sowie vorgefertigten Rahmen und Trägern aus Metall: «Das ist wie bei einem Stabil-Baukasten für Kinder, bloß in groß.»

Im August will das THW laut dem Sprecher nach Möglichkeit fünf weitere Brücken im Ahrtal schlagen, anschließend sollen noch drei folgen. Eine große Steigerung dieser Zahl sei vorerst wohl nicht möglich: «Das Problem ist, dass es in Deutschland keine Behelfsbrückenbauer mehr gibt.» Die einstige Friedrich Krupp AG habe sie früher noch produziert, sagte Walsdorf. Zu den Kosten der aktuellen THW-Behelfsbrücken machte er keine Angaben.

Extremer Starkregen hatte am 14. und 15. Juli an der Ahr eine mächtige Flutwelle ausgelöst und weite Teile des engen Tals zerstört. Rund 42 000 Menschen sind von den Folgen betroffen. Mindestens 141 starben im Ahrtal, einige indes laut Polizei wohl schon vor der Flut, etwa in Krankenhäusern.

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