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8. Deutscher Orgeltag am 9. September


Colin Walsh Bilder: Veranstalter

Großlittgen. Lange Zeit galt die Orgel in der öffentlichen Wahrnehmung als Instrument „zweiter Klasse“, und Orgelkonzerte waren eher etwas für „Sonderlinge“. Doch in den letzten Jahren erfreut sich die Orgel vor allem auch als Konzertinstrument stetig zunehmender Beachtung und wachsender Wertschätzung, was nicht zuletzt in einem vielfältigen Angebot an Orgelkonzerten zum Ausdruck kommt. So wurde 2011 von der Vereinigung der Orgelsachverständigen der Deutsche Orgeltag ins Leben gerufen, um damit gezielt die Bedeutung und den Wert der Königin der Instrumente ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu rufen.

Mit Erfolg! Denn im vergangenen Jahr wurden der Orgelbau und die Orgelkultur Deutschlands in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.  Doch diese Auszeichnung allein sichert auf Dauer weder den Bau noch den Erhalt von Instrumenten, ebensowenig das Angebot an Konzerten. Hierfür bedarf es nach wie vor engagierter Personen vor Ort, die mit Leidenschaft für „ihre Königin“ eintreten, es aber auch verstehen, ihre Begeisterung an andere weiterzugeben. Dank dieser Menschen hat das Kulturgut Orgel sicherlich gute Chancen, auch in Zukunft einen lebendigen Beitrag zum Kulturleben unserer jeweiligen Region und darüber hinaus zu leisten.

Dass Himmerod in puncto Orgel längst schon ein Ort von internationaler Bedeutung ist, dass zeigt nicht nur die illustre Schar der Organistinnen und Organisten aus aller Welt, die regelmäßig in Himmerod zu hören sind, dass wissen und schätzen auch die kundigen Orgelfans aus Nah und Fern. Und mit durchschnittlich 400 Besuchern pro Konzert dürfte der Himmeroder Orgelsommer sicherlich eine der erfolgreichsten Reihen nicht nur der Region sein.

Finale mit Charakter

Entsprechend dem unverwechselbaren Klangcharaktrer des Himmeroder Instrumentes wird am kommenden Sonntag, dem 9. Septmebr, um 15:00 Uhr denn auch ein echter Charakterkopf der Zunft die Orgelsommer-Reihe des Klosters beenden. Colin Walsh verkörpert das, was man sich gemeinhin unter einem typischen Briten vorstellt: leicht exzentrisch, zuweilen etwas verschroben, auf seine spezielle Art aber dennoch ein höchst liebenswerter und vor allem humorvoller Zeitgenosse, den man einfach mögen muss. Und darüber hinaus ist er ein großartiger Musiker mit ausgesprochenem Profil!

Als junger Mensch hatte er noch das Privileg, bei Jean Langlais, einem der bedeutendsten Organisten des 20. Jahrhunderts, in Paris studieren zu dürfen. Diese Zeit hat ihn nachhaltig geprägt, und so widmet er sich vornehmlich der französischen Symphonik von Franck bis Vierne, den Werken seines Lehrers wie auch denen von Messiaen.

Seit nunmehr 30 Jahren ist Colin Walsh Organist der Kathedrale von Lincoln, einer der imposantesten Kirchbauten Großbritanniens, weithin sichtbar über der Stadt thronend. Zuvor war er u.a. an der königlichen Kapelle von Windsor Castle sowie an den Kathedralen von Salisbury und St. Albans tätig. Auch ist er ein gefragter Lehrer, der am Royal College of Organists sowie der Universität von Cambrdge unterrichtet.

Im Finalkonzert des Himmeroder Orgelsommers spielt er zunächst ein Werk des britischen Komponisten Sir Walter Alcock, sodann Bachs großeangelegte doriche Toccata udn Fuge in d. Im zweiten Teil widmet er sich dann den Franzosen: zunächst Francks wunderbarem Choral E-Dur, gefolgt von einem Werk Tournemires (Amtsvorgänger von Langlais), bevor das Konzert mit dem Finale aus der zweiten Symphonie von Louis Vierne einen ebenso markanten wie fuliminaten Abschluss findet.

Abteikirche Himmerod Orgelkonzert am 8. Deutschen Orgeltag Sonntag, 9. September 2018, 15:00 Uhr Colin Walsh, Lincoln Cathedral (UK) Eintritt frei!

 

 

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