Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell setzen weiter auf die Kraft der Sonne

Bernkastel-Wittlich/Cochem-Zell. Die Sonnenenergie bietet ein nahezu unerschöpfliches Potenzial für die Erzeugung von Strom und Wärme. Dabei hat die Solarenergie entscheidende Vorteile gegenüber allen anderen Energieträgern: Sie ist weitgehend frei von negativen Effekten für die Region und deren Anwohner. Außerdem erfährt die Solarenergie eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Dennoch wird nur ein kleiner Teil der geeigneten Dächer für die Gewinnung von Solarenergie genutzt. Auf rund zwei Dritteln aller Dächer lohnt sich im Durchschnitt die Installation von Solaranlagen zur Stromerzeugung. Wenn alle geeigneten Dachflächen genutzt würden, könnten nahezu 50 % des privaten Stromverbrauchs im Landkreis durch Dachsolaranlagen erzeugt werden.

Durch drastisch gesunkene Anlagenpreise und durch die Berücksichtigung des Eigenverbrauchs des erzeugten Solarstroms rechnen sich Photovoltaikanlagen trotz gesunkener Einspeisungsvergütung. Die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell bieten ihren Bürgern mit dem von der Firma Geoplex GIS GmbH aus Osnabrück erstellten und von der Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück gesponserten Solarkataster schon seit 2011 die Möglichkeit, sich mit wenigen Mausklicks zu informieren, ob das eigene Dach für eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage geeignet ist. Ein Solarkataster hilft bei dem Vorhaben, die vor Ort vorhandenen Solarpotentiale gezielt aufzudecken und den einzelnen Bürger auf die Nutzung der Solarenergie aufmerksam zu machen.

Freuen sich über die Aktualisierung des Solarkatasters (v.l. Manfred Schnur, Landrat Cochem-Zell, Frederik Hilling, Geschäftsführer Geoplex GIS GmbH, Gregor Eibes Landrat Bernkastel-Wittlich, Edmund Schermann und Volker Knotte, Vorstand Sparkasse EMH (Foto: KV Cochem-Zell)

Das Solarkataster kann somit ein wichtiges Werkzeug werden, um die Energiewende auf lokaler Ebene zu unterstützen und planvoll voranzutreiben. Die gestiegene Bedeutung des Eigenverbrauchs und die Möglichkeiten der Nutzung verschiedener Batteriespeichersysteme haben zu einer Verschiebung der Eignungsbewertung im Bereich Photovoltaik geführt. Hierdurch sind nicht mehr nur die nach Süden ausgerichteten Dachflächen für Photovoltaik geeignet, sondern auch westlich und östlich ausgerichtete Dachseiten können in die Eignung mit einbezogen werden. So lässt sich der erzeugte Strom noch besser in Wert setzen.

Die Kombination der Photovoltaikanlage mit einem modernen Batteriespeichersystem kann den Eigenverbrauch erhöhen und Stromkosten Tag für Tag senken.So werden Hauseigentümer unabhängig von Preissteigerungen am Strommarkt und machen den Haushalt fit für die Zukunft. Weitere Einsparmöglichkeiten ergeben sich durch die Kombination der Photovoltaikanlage mit einer Solarthermieanlage zur Erzeugung von Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung. Der Nutzer des Solarkatasters wird über einen 4-Schritt-Assistenten durch die Anwendung geführt. Der in die Anwendung integrierte Wirtschaftlichkeitsrechner berechnet für das ausgewählte Hausdach in wenigen Schritten verschiedene Szenarien.

Dabei können Solarthermie- und Photovoltaikanlagen unabhängig voneinander oder parallel geplant werden. Der Nutzer des Solarkatasters kann zum Beispiel selbst eingeben, ob das Dach möglichst wirtschaftlich oder vollständig belegt werden soll oder ob man durch ein Speichersystem eine möglichst große Unabhängigkeit vom Strommarkt erlangen möchte. Nach Eingabe von Finanzierungsoptionen erhält man zudem Angaben darüber, welche Gesamtkosten in etwa entstehen und in wie vielen Jahren sich die Anlage amortisiert. Auch Gewinn und Rendite werden aufgrund der eingegebenen Parameter berechnet. Zudem erhält man Informationen zur Co2-Einsparung und zum möglichen Eigenverbrauch und Autarkiegrad der Anlage.

Der Wirtschaftlichkeitsrechner wird regelmäßig an die aktuelle Fördersituation für Photovoltaik und Solarthermie angepasst. Die Anwendung wird abgerundet durch vielfältige Hintergrundinformationen zur Technik sowie Hinweisen zur schrittweisen Vorgehensweise bei der Planung der eigenen Photovoltaik- oder Solarthermieanlage. Die aktualisierte Anwendung bietet die volle Unterstützung von mobilen Endgeräten und eine verbesserte Nutzerführung. Durch die neue Technologie ist bei Vorliegen neuer Gebäudegrundrisse oder neuer Laserscandaten eine schnelle Aktualisierung der Eignungsbewertung möglich.

„Die Neuerungen im aktiven Solarkataster sind gerade nach diesem sonnenreichen Sommer ein Grund für die Bürgerinnen und Bürger, über die Eigenstromnutzung im Eigenheim nachzudenken. Wir möchten diesen Service für unsere Landkreise anbieten, um den Menschen zu zeigen, an welchen Stellen sich Photovoltaik nach wie vor für den eigenen Geldbeutel lohnt. Denn der Klimaschutz und der Wille, nachhaltig erneuerbare Energie zu erzeugen, nehmen in der regionalen Entwicklung in den Landkreisen Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich eine ganz besondere Stellung ein“, betonen die beiden Landräte Manfred Schnur und Gregor Eibes anlässlich des Starts des neuen Solarkatasters.

Die Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück tritt hierbei als Sponsor für den Kauf der benötigten Laserscandaten sowie für die Erstellung des Systems auf. Gleichzeitig ist die Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück ein verlässlicher Ansprechpartner, wenn es um Förder- und Finanzierungsmodelle für regenerative Energien im Eigenheim geht. „Es ist uns nach wie vor ein wichtiges Anliegen, das Angebot dieses interaktiven Beratungswerkzeugs in den beiden Landkreisen zu unterstützen. Ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz in unserer Region. Darüber hinaus hat die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach zahlreiche Vorteile.

Sie ist krisensicher, speicherbar, erneuerbar, zuverlässig, klimafreundlich, wartungsarm, unabhängig und renditestark“, betont der Vorsitzende des Vorstands Edmund Schermann. „In unserem Hause beraten wir zu Förder- und Finanzierungsmodellen für regenerative Energien im Eigenheim. Oft macht es wirklich Sinn, sich beispielsweise im Rahmen einer Anschlussfinanzierung für die eigene Immobilie auch über die Einbeziehung einer Modernisierung in Form einer Investition in eine solche Anlage Gedanken zu machen und dies gleich mit einzubinden. Werterhalt und Wertsteigerung des eigenen Gebäudes sind dabei wichtige Argumente“, ergänzt Volker Knotte, Mitglied des Vorstandes.

Das Solarkataster ist erreichbar unter www.solar.bernkastel-wittlich.de. Ansprechpartner in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich ist Stephan von St. Vith, Tel.: 06571- 14-2316, E-Mail: solar@bernkastel-wittlich.de.