IBIZA – IBIZA bedeutet: Information und Beratung zwecks Integration und Zukunft auf dem Arbeitsmarkt

Wittlich. Ziel des Projektes ist die Unterstützung von Leistungsbeziehenden nach dem SGB II zur Verhinderung eines Langzeitleistungsbezugs durch Entwicklung neuer Lebens- u. Beschäftigungsperspektiven. Daneben steht die Verbesserung der Situation der in den Familien lebenden Kinder im Fokus. Die Auswahl der Teilnehmenden wird von Arbeitsvermittlern des Jobcenters vorgenommen. Das Projekt wird aus Mitteln des IBIZA bedeutet: Information und Beratung zwecks Integration und Zukunft auf dem Arbeitsmarkt finanziert. Unser Ziel als Coach (das Wort „Coach“ steht stellvertretend für alle Formen von Geschlecht (m/w/d) und wird ausschließlich als Ansprechpartner im Hilfeprozess verwendet), ist es, Hilfe zur Selbsthilfe, ganzheitliche Betreuung und individuelle Angebote zu schaffen. Die Beratung erfolgt in wöchentlichen Besuchen und in Beratungen nach Vereinbarung. Der Coach unterstützt im Umgang mit Behörden, Belastungen und Alltagssorgen. Es werden Unterstützung sowie weitere Fördermöglichkeiten für die in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Kinder gesucht und begleitet. Die Tätigkeit des Coaches ist eine aufsuchende Tätigkeit, um der in diesem Flächenlandkreis fehlenden Infrastruktur entgegen zu wirken und somit die Regelmäßigkeit der Besuche und Kontakte zu gewährleisten.

Die Förderung wird auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt und jeweils mit dem Teilnehmer vereinbart, damit Ziele transparent und bis zur Erledigung bearbeitet werden. Der Coach und die Teilnehmenden stimmen die Förderung auf die jeweiligen Bedürfnisse ab. Aktive bereits bestehende Kooperationen und Hilfen werden vom Coach gefördert und konstruktiv fortgeführt. Eine doppelte Betreuung wird so vermieden und die Aufgabenverteilungen sind klar gegliedert und transparent.

Die Anmeldung zur Teilnahme erfolgt über das Jobcenter Bernkastel-Wittlich und ist für den Teilnehmenden freiwillig. In einem gemeinsamen Gespräch von Arbeitsvermittler und Teilnehmer stellt der Coach das Konzept vor. Anschließend werden die Gespräche ausschließlich zwischen Teilnehmer und Coach geführt und abgestimmt. Kontakte sind zweimal wöchentlich vorgesehen. Ein monatliches Reporting zur Einhaltung und Gestaltung von Terminen wird der Arbeitsvermittlung weitergegeben. Die Inhalte sind zwischen Coach und Teilnehmenden individuell vereinbart und unterliegen den datenschutzrechtlichen Auflagen. Das Reporting an den Europäischen Sozialfonds erfolgt über eine Datenbank in anonymisierter Form.

Das Projekt ist Bestandteil der Arbeitsmarktpolitik des Landes Rheinland-Pfalz und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Jobcenters Bernkastel-Wittlich gefördert. Die Arbeit des Coaches für die Bedarfsgemeinschaft ist gekennzeichnet von einer sehr intensiven Betreuung und Begleitung der Teilnehmenden in Hinblick auf ihre eigenen Problemlagen und den zu erarbeitenden Zielvorstellungen. Ziel ist es neue Lebens- und Beschäftigungsperspektiven zu finden und konsequent umzusetzen. Damit wird die Situation der in der Familie lebenden Kinder fokussiert, verbessert oder/und stabilisiert. Ein Problem besteht darin, dass sich Lebenssituationen weitervererben (sozialisieren), dem wir mit Hilfe diesem Projekt bewusst begegnen. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig und endet mit der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder aufgrund anderer Bedürfnisse.

Das Projekt ist sehr erfolgreich, weil es gezielt Menschen unterstützt nach oder in Krisen, um neue Perspektiven zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Coach werden neue Wege gesucht und gefunden. Teilnehmer gewinnen dadurch einen anderen / neuen Platz in der Gesellschaft. Oftmals werden die Teilnehmenden wieder am Arbeitsmarkt adaptieren und beginnen mit einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung, nach langer Pause am Arbeitsmarkt. Gemeinsam mit den im Haushalt lebenden Kindern finden Termine regelmäßig möglichst im gleichen Setting statt.

Das Projekt ist auf ein Jahr angelegt und wird durch das Jobcenter mit Teilnehmenden besetzt, die daran interessiert sind ihre Lebenssituation aktiv zu verbessern, um langfristig unabhängig von staatlichen Leistungen zu werden. Die Teilnehmenden müssen aus ihrer oft schon sehr langfristig bestehenden Abhängigkeit vom Jobcenter auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Es gilt in jedem Einzelfall zu schauen, was die Probleme sind, die bisher nicht überwunden werden konnten. Gemeinsam mit dem Coach wird anhand eines Fragenkatalogs die eigene Lebenssituation beleuchtet. Es gilt abzustimmen, wie die verschiedensten Probleme (Beispielsweise: Umzug, Termine beim Psychotherapeuten, Organisation von Nachhilfe für die Kinder, Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche etc.) priorisiert werden.

Die Lösung der Probleme und der Abbau von Vermittlungshemmnissen ist Ziel des Projektes.

Anhand eines anonymisierten Falls soll dargestellt werden, welche Perspektiven mit dem Projekt ermöglicht werden.

Frau I. hat vier Kinder aus wechselnden Beziehungen. Aufgrund von häuslicher Gewalt hat sie zusammen mit ihren Kindern den gewalttätigen Partner verlassen. Seitdem gibt es immer wieder verschiedenste Probleme. Die Mutter muss erst einmal fit sein, damit die Kinder versorgt sind, die noch sehr klein sind. Eine genaue Zielvorstellung für die junge Mutter zu entwickeln, ist Ziel im Coaching-Prozess. Die Kinder sind oft über Wochen krank und die psychosozialen Gesundheitszustände der Mutter sind immer wieder an der Grenze der Belastung. Entlastungen durch helfende Großeltern sind nicht da. Die alleinerziehende Mutter ist nur auf sich gestellt. Sie muss funktionieren und gesund sein, damit die Kinder nicht in ein Heim müssen. Sie selbst hat weder Ausbildung noch Führerschein und wohnt mit ihren Kindern in einem verkehrstechnisch schlecht angebundem Dorf.

Was sind nun die ersten Schritte zusammen mit dem Coach?

Ein erstes Ziel ist die gesundheitliche Stabilisierung der Mutter. Es werden Termine bei verschiedenen Ärzten vereinbart und ärztliche Berichte angefordert. Eine beantragte Reha-Maßnahme wird abgelehnt. Der Weg zu einem Psychologen ist sehr steinig und dauert trotz hoher Belastung lange. Zusammen mit dem Coach wird die Teilnehmerin bestärkt immer wieder Abweisungen und Verschiebungen von Terminvorschlägen einzustecken und trotzdem wieder anzurufen. Es gelingt ein Approbationsgespräch zu vereinbaren und zu führen.

Wieder dem Ziel näher zur Stabilisierung der Mutter in ihrer psychischen Gesundheit.

Nach den psychologischen Vorgesprächen beginnt sie die eigentliche Therapie. Der Coach unterstützt weiterhin, dass die Teilnehmerin die Termine einhält. Gespräche mit dem Coach stärken die Teilnehmerin darin, ihrem langfristigen Ziel: eine sozialversicherungspflichtigen Anstellung zu erfragen.

Erst muss der Kopf frei sein, damit ein Wiedereinstieg in die geänderten Anforderungen des Arbeitsmarktes möglich wird. Zusammen mit dem Coach werden Bewerbungsunterlagen und ein Lebenslauf geschrieben. Nach der fünften Bewerbung und einem kurzen Praktikum gelingt es einen Betrieb davon zu überzeugen die Teilnehmerin in einer Teilzeitbeschäftigung anzustellen. Nun sind alle vereinbarten Ziele erreicht und die Begleitung durch den Coach wird beendet.

Das Beispiel ist plakativ und hat in ähnlicher Form stattgefunden.

Es handelt sich bei dem Bedarfsgemeinschafts-Coaching um eine erfolgreiche Arbeit, da den Bedürfnissen der Teilnehmenden in besonderer Weise Beachtung und Wertschätzung entgegen gebracht werde. So entsteht eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Partner in intensiven Gesprächen auf Augenhöhe.

 

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