Immer im Herzen Eifeler geblieben

Hasborn. Für Hasborn war der 28. Februar 2020 in doppelter Hinsicht ein einmaliger Tag, der zweifellos in die Geschichtsbücher der Ortsgemeinde eingehen wird. Hasborn wird nicht eingemeindet! Hasborn wird sich auch in Zukunft selbstverwalten. Der neue Ortsbürgermeister heißt Hermann Leister, die beiden Beigeordneten sind Stefan Neuerburg und Simon Adriani. Alle drei Ehrenämtler wurden einstimmig von ihrem Ortsgemeinderat gewählt. Das „Schiff“ kann also unter neuem Kapitän weiterfahren.

Eine Premiere für das aufstrebende Eifeldorf war zweifellos die Verleihung einer Ehrenbürgerwürde. So etwas gab es noch nie in der Geschichte von Hasborn. Hasborn wurde zum ersten Mal in einer Urkunde des Trierer Kurfürsten Balduin vom 21. Oktober 1341 erwähnt.

Die neuen Ehrenbürger von Hasborn:
Cäcilia und Hermann Simon

Landrat Gregor Eibes sagte bei seinem Grußwort: „Ich kann mich in meiner politischen Karriere fast nicht an die Verleihung einer Ehrenbürgerwürde erinnern, schon gar nicht die Verleihung an ein Ehepaar. Das ist eine ganz besondere Ausnahme und ein ganz großes Geschenk, das eine Ortsgemeinde wie Hasborn vergeben kann, sogar sehr viel größer als manche staatlichen Ehrungen.

Über eins bin ich mir sicher, dass die Familie Simon diese Ehrung genauso würdigen und als großes Geschenk ansehen wird“.

Eibes weiter: „Es ist leichter ein Held zu sein, als ein Ehrenmann bzw. eine Ehrenfrau. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer. Dieses Sprichwort eines italienischen Gelehrten passt hier sehr genau, wenn es um das Ehrenbürgerrecht geht. Was das Ehepaar Simon in Hasborn in der Vergangenheit geleistet hat, ist nichts Einmaliges, sondern eine Auszeichnung, die einer dauerhaften Lebensleistung gewidmet ist.  Hier ist ein Eifelaner, 1947 geboren in Hasborn, hinausgezogen in die Welt und hat seine Hasborner Wurzeln nie vergessen“.

Für Landrat Eibes sind die Treffen mit Hermann Simon ein Geschenk und eine große Ehre, immer wieder aufs Neue von den Erfahrungen eines weltweit so erfolgreichen Hasborners dazulernen zu dürfen. Hermann Simon, sozusagen Erfinder des Begriffes „Hidden Champions“ hat als erfolgreicher Buchautor weltweit viele Unternehmen mit seinen Philosophien überzeugt und beflügelt, neue erfolgreiche Wege einzuschlagen. Mit seiner lieben Gattin Cäcilia hat Simon eine Partnerin an seiner Seite, die ihn unterstützt hat. Und es ist auch eine Besonderheit, dass eine Hunsrückerin in der Eifel eine Ehrenbürgerwürde erhält. Daran lässt sich schon erahnen welch besondere Auszeichnung der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in 2019 beschlossen hatte. Gäbe es ein Ranking, würde Landrat Eibes diese Ehrung sogar noch vor der ihres Gatten Hermann Simon ansiedeln. Eine starke Frau im Rücken ist immer sehr wertvoll. Das Auditorium dankte es ihm mit viel Applaus.

Seine letzte Amtshandlung als Ortsbürgermeister war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde: Der scheidende OB Hajo Neumes (li.), rechts daneben sein Nachfolger Hermann Leister, die neuen Hasborner Ehrenbürger Hermann und Cäcilia Simon, Landrat Gregor Eibes und Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land.
Das Gemälde ist ein Geschenk der Ortsgemeinde Hasborn an seine ersten beiden Ehrenbürger.

Einen ganz besonderen Ritterschlag hatte Hermann Simon erhalten mit der Aufnahme in den Kreis der 50 weltweit einflussreichsten Management-Denker in die Hall of Fame der „Thinkers50“.

Aber all dies hätte bei Weitem nicht gereicht, um in Hasborn Ehrenbürger zu werden. Landrat Gregor Eibes beschreibt es so: Die „besondere Besonderheit“ an Hermann Simon ist es, ein Mensch zu sein, der es schafft in seinem Heimatort platt zu schwätzen; egal wo er in der Welt unterwegs ist und dann irgendwo seinen Hauptwohnsitz wählt, nie die Wurzeln seiner Vergangenheit vergisst; immer mit seiner Heimat gedanklich verbunden ist und diese mit seinen Ideen unterstützt, immer wieder in die Heimat zurückkehrt und den Menschen dort verbunden bleibt, das ist das Besondere. Und dann natürlich darüber hinaus setzt Familie Simon dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen auf, sozial und aus eigenem Antrieb heraus seit langer Zeit engagiert für seinen Ort und die Menschen in seiner Heimat tätig zu sein. Darüber spricht er wenig. Eibes betont abschließend, dass er solch eine Kombination in dieser Form noch nie kennengelernt hat. Nicht nur die Menschen in Hasborn sind stolz auf ihren „Hermann Simon“, weil er nie seine Bodenständigkeit verloren hat und der Heimat verbunden bleibt.

Eibes: Ich bin stolz, dass ich Menschen wie Sie kennenlernen durfte, dass ich mich mit Ihnen unterhalten darf und von Ihren Erfahrungen profitieren kann. Deshalb haben Sie die Ehrenbürgerwürde mit vollem Umfang verdient!“          

„Mensch Hermann, jetzt bin ich aber sprachlos!“

Verbandsbürgermeister Dennis Junk ergänzt die Worte seines Vorredners indem er das soziale Engagement im Dorf in den Vordergrund stellt. Junk: „Ohne Familie Simon hätte es beispielsweise den Erweiterungsbau der Grundschule nicht gegeben. Auch die Dreifaltigkeits- Kapelle und der „Friedhof am alten Garten“, um nur zwei Beispiele zu nennen, verdanken ihren Glanz der großzügigen Unterstützung von Cecilia Simon.

Hasborn ist die Ortsgemeinde im Kreis Wittlich mit den prozentual größten Steigerungsraten, was die Einwohnerzahlen betrifft. Prognosen der ADD sagten für die Verbandsgemeinde Wittlich-Land in 2015 ein Minus von 1.500 Menschen voraus. Die Realität sagt genau das Gegenteil: Seit 2015 ist die Verbandsgemeinde um 1000 Mitbewohner gewachsen. Dennis Junk: „Die Welt lebt von den Menschen, die mehr als ihre Pflicht erfüllen!“

Hermann und Cäcilia Simon haben sich für diese besondere Ehrung bei allen Beteiligten bedankt. Cäcilia Simon erzählte noch ein paar Anekdoten, die ihren Gatten ausmachen. Beispielsweise, dass er schon mal grantig wird, wenn er nicht alle drei Wochen nach Hasborn fahren kann. Er hinterfragt auch alles, was Hasborn betrifft. Und wenn er jemand Fremdes in seinem Heimatort sieht, will er wissen wer es ist und woher er oder sie kommt. Hermann Simon: „Wisst Ihr was ich bei den Lobreden gedacht habe: „Herr vergib ihnen, dass sie so übertrieben haben und vergib mir, dass ich mich daran so erfreut habe!“

Der festliche Abend wurde musikalisch begleitet vom Hasborner Gesangsverein mit mehreren Liedbeiträgen.

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