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Wirtschaft trifft soziales Engagement

Flüchtlingshilfe bei ProContur GmbH in Wittlich

Wittlich. ProContur ist ein modernes Unternehmen, welches individuelle Feinblech- und Kunststoffprodukte herstellt. Durch eine sehr gute Auftragslage und durch Investitionen in Millionenhöhe in den letzten Jahren ist auch der personelle Bedarf im Unternehmen gestiegen.

Um den Bedarf an Fachkräften zu sichern, wurde ein Konzept entwickelt, das sowohl regionale Arbeitskräfte anwirbt, als auch die Herausforderung mit Zuflucht (und Arbeit) suchenden Menschen in der Region angeht. Das Konzept „Kulturelle Vielfalt“ wurde entwickelt. Dieses Konzept sichert die „Versorgung“ mit Fachkräften und die sozial verträgliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Dadurch will das Unternehmen seine Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen und zeigen, dass die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele mit sozialen Engagement vereinbar ist. Das Konzept fasst verschiedene Informationen und Angebote für die betriebliche Integration & Förderung regionaler und auch ausländischer Mitarbeiter bei ProContur zusammen. Darunter fallen spezielle Fragebögen für ein Orientierungsgespräch in der Einarbeitungsphase, in denen Fragen zu Wohnsituation, anstehenden Behördenterminen, Netzwerken etc. mit einem Mitarbeiter besprochen werden. Für ausländische Kollegen werden ein Sprachführer des Goethe-Instituts und die App „Ankommen“ bereitgestellt, wodurch den Geflüchteten ein Wegbegleiter mit den wichtigsten Begriffen in Alltag und Beruf an die Hand gegeben wird. Den Flüchtlingen wird auch eine Deutschförderung angeboten. Zur Unterstützung der sprachlichen Kommunikation während der Arbeit, wurde allen Mitarbeitern von ProContur die IHK-Broschüre „Deutsch habe ich im Betrieb gelernt“ zur Verfügung gestellt. Weiterhin beinhaltet „Kulturelle Vielfalt“ auch den Aspekt der sog. „sensiblen Beobachtung“. Hierbei wird dorthin geschaut, wo formale Ankündigungen und Verordnungen nicht greifen: Wie stark sind soziale Kontakte im Unternehmen ausgeprägt? Werden die Pausen im Team oder alleine verbracht?

Bei ProContur arbeiten ca. 10 verschiedene Nationen unter einem Dach. Darunter seit kurzem 2 syrische Flüchtlinge. Beide fühlen sich wohl im Betrieb, werden von der Mannschaft voll akzeptiert und als Teil des Teams gesehen. Um den Teamgeist zu stärken, wird einmal im Quartal ein Frühstück mit allen Neulingen und Geburtstagskindern durchgeführt. Hier tauschen sich die Mitarbeiter aus und erleben so die „Geschichten“ aller Kollegen, wie z. B. die Geschichte ihres geflüchteten Kollegen, wenn er von seinem zurückgelegten Weg, seiner Heimat und Familie, sowie von seinen Erlebnissen erzählt. Das Verständnis für die Situation des Anderen ist der erste Schritt zur Integration.

Um die kulturelle Vielfalt von Beginn an als eine Bereicherung zu sehen, wird intern auch auf die Dinge außerhalb der Firma Wert gelegt. So fördert die ProContur GmbH beispielsweise neben einem jungen Fußballverein in Wittlich-Wengerohr auch eine Fußballmannschaft von Flüchtlingen, die von einem Mitarbeiter gegründet und betreut wird. Zudem tauscht ProContur als Mitglied im IHK-Netzwerk „Unternehmen gestalten Integration“ seine Erfahrungen und Ideen mit den anderen Unternehmen aus der Region aus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die ProContur GmbH ein umfangreiches und sozial stark engagiertes Angebot für seine Mitarbeiter bereitstellt, welches auch für die Flüchtlinge den Weg zur gelungenen Integration ebnet und beiderseits eine Bereicherung darstellt.

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.