Neuer Roboter für die Junior Uni

Von Maren Boots

Hauptgebäude der Junior Uni. Bildquelle: Junior Uni

„Dies ist ein sehr besonderer Moment für mich und die Junior Uni. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir nicht nur in Wuppertal, sondern auch überregional als Einrichtung wahrgenommen werden“, sagt der Geschäftsführer und Gründer der Junior Uni, Prof. Ernst-Andreas Ziegler. Man kann ihn bei seiner Ansprache kaum verstehen, hinter ihm brummt, summt und rauscht es. Dennoch ist er sichtlich glücklich über die neue Spende für die jungen Studenten: ein zweiter Industrieroboter. Dieser wurde am Dienstag offiziell von der Firma TechniSat in die Hände der Forscherplattform gegeben. Peter Lepper, der Geschäftsführer von TechniSat, war zusammen mit seiner Frau Doris Lepper vor Ort, um den neuen blauen Roboter von Yaskawa bei der Vorstellung in Aktion zu sehen. Zusätzlich zu dem Roboter wurden zwölf Laptops, auf denen die Programmierung erfolgt, gespendet. Dies sei der eigentlich anspruchsvolle Teil bei dieser technischen Erneuerung, betont Lepper.

Die LEPPER Stiftung, gegründet von Doris Lepper, unterstützt die Junior Uni bereits seit fünf Jahren mit jährlichen Spenden, diesmal aber sollte es etwas mehr sein, sagt Peter Lepper. In Kontakt gekommen mit dem Ideengeber sei er bei einem Vortrag vor einigen Jahren und war sofort begeistert von der Einrichtung. So begeistert, dass er in der Eifel, wo sich der Sitz des Unternehmens TechniSat befindet, ebenfalls eine Junior Uni bauen möchte – mit der in Wuppertal als Vorbild.

Annika Spathmann, Ariane Staab, Peter Lepper, Marco Weiler, Lukas Landsberg, Doris G. Lepper, Ernst-Andreas Ziegler und Elke Weeke (v.l.). (Foto: Schwartz, Anna (as))

Zwei Roboter sind es nun, die den Kindern und Jugendlichen beibringen sollen, wie Robotertechnik und die dazugehörige Programmiersprache funktionieren. Zeichnen, Bausteine stapeln, Münzen prägen – all das kann der neue Roboter, der sowohl in den Lego- als auch in den Industrierobotikkursen eingesetzt werden soll. Dort werden den 11- bis 20-Jährigen die technischen Aspekte, beispielsweise das Ausführen der Befehle durch den Roboter, sowie das Schreiben jener Befehle in Programmiersprache beigebracht, betont Fachkoordinator und Dozent Stefan Hellhake.

„Super leicht und intuitiv“

Er betreut die jungen Dozenten im Bereich Technik und Ingenieurwissenschaften und führt diese in die Bedienung des Roboters ein, damit sie umfassend geschult sind. „Es ist super leicht und intuitiv, ihn zu steuern“, so Dozent Justus Faust. Tatsächlich: Nach einer kurzen Einweisung ließ der Arm des Roboters sich durch Drücken von drei Knöpfen bewegen und ermöglichte einen kurzen Einblick in die technische Welt.

Der 24-Jährige ist einer von vielen studentischen Dozenten und sichtlich mit Spaß an der Sache dabei. Durch seinen Physik-Leistungskurs sei er damals mit der Junior Uni in Berührung gekommen und ist jetzt schon seit fünf Jahren dabei. Der Kurs „Kick mit Physik“, in dem er mit den Teilnehmern zum Beispiel sogenannte Bananenflanken berechnet, macht ihm besonders viel Spaß und verbindet seine beiden Leidenschaften: Fußball und Physik.


Spenden

Die Junior Uni ist ein Projekt, welches sich ausschließlich über private Spenden finanziert. Unterstützer wie die LEPPER Stiftung, Bayer, die Firma PPG oder DU Diedrichs engagieren sich mit ihren Spenden für den Fortbestand der Junior Uni. Aber auch viele weitere Unternehmen, Stiftungen und Einzelspender finanzieren den laufenden Betrieb, der ohne einen Cent Steuergelder am Laufen gehalten wird. Fünf Fachbereiche werden in 16 Fach- und Seminarräumen mit Spaß und Leidenschaft gelehrt.


Auch Patrik Hagemann ist studentischer Dozent eines Robotikkurses an der Uni und froh über den zweiten Roboter. So könne man unterschiedliche Programmiersprachen lehren und die Kinder in den Kursen in kleinere Gruppen aufteilen. „Mir geht es vor allem darum, die Neugier für Roboter zu wecken und den Kindern die Angst davor zu nehmen“, erzählt er. Denn diese sei teilweise extrem spürbar, die Verantwortung für so ein Gerät müsse erst einmal gelernt sein. Außerdem sei es wichtig, schon früh in das umfassende Feld der Robotik einzuführen, da viele Industrien mit solchen Geräten arbeiten.

Geschäftsführerin Ariane Staab erklärt, dass mit dem zusätzlichen Roboter individuelleres und projektorientiertes Arbeiten in Gruppen möglich sei. Damit könnten mehr Junior-Studenten ihre Ideen in der Umsetzung sehen. Der erste Roboter wurde von der Uni liebevoll „Robbie“ genannt, für den Neuen muss jetzt erst noch ein Name gefunden werden.

Quelle: WESTDEUTSCHE ZEITUNG

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