Grohmann & Tesla: Ein Fazit zur großen Übernahme

Mit der Übernahme von Grohmann hast sich Tesla deutsche Ingenieurskunst gekauft. Das deutsche Automatisierungs-Unternehmen wurde vom Elektroauto-Hersteller übernommen, damit die Produktion des Tesla Model 3 gesteigert werden konnte.

Die Firma Grohmann ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Anlagen für die automatisierte Fertigung, unter anderem in der Halbleiter-, der Elektronik- und der Automobilindustrie. Mit dem Kauf des Unternehmens ist die Tochterfirma Tesla Grohmann Automation entstanden. Diese ist auch ein Grund, warum die Tesla-Aktie sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreut.

Die Beweggründe für die Übernahme

Das damalige Grohmann Engineering mit Hauptsitz in Prüm in der Eifel wurde bereits im Januar 2017 von Tesla übernommen, weitere Übernahmen in Rheinland-Pfalz und der Eifelregion angedacht. Grohmann hat verschiedene Maschinen gebaut, dazu zählten vor allem Maschinen zur Herstellung von Airbagsensoren, Steuergeräten für Servolenkungen und von Lithium-Ionen-Batteriezellen, ebenso wie ganze Batteriemodule. Gerade die Roboter von Grohmann sind für die Batterieproduktion bei Tesla von besonderer Bedeutung.

Das erklärte Ziel war, die Produktion des Elektrofahrzeugs Model 3 von 50.000 auf 500.000 bis 600.000 Fahrzeuge im Jahr zu steigern. Besonders stark will sich der Tesla-Gründer Elon Musk dabei auf die Robotertechnik verlassen.

Nach der Übernahme

Schon vor der Übernahme gab es aber Unklarheiten bezüglich der Weiterbelieferung der bisherigen Kunden. Zu diesen Kunden gehörten beispielsweise BMW und Daimler. Kurz nach der Übernahme hatte das Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zu anderen Kunden als Tesla weitestgehend abgebrochen. Der Grund war, man wollte die anfahrende Produktion des Models 3 voll unterstützen. Diese Entscheidung hatte laut dem Mercedes-Betriebsratschef die Folge, dass die Produktion von Batterien für das Elektroauto EQC verzögert wurde.

In der Zwischenzeit verließ der Gründer Klaus Grohmann das Unternehmen überraschend. Ursprünglich hatte er sich allerdings geäußert, bleiben zu wollen. Es wird vermutet, dass sein Rückzug im Zusammenhang mit der Tatsache steht, dass Tesla die alten Kundenverbindungen kappte. Eine eindeutige Äußerung gab es von Seiten Grohmanns nicht. Dieser sagte lediglich: „Ich bin sicherlich nicht ausgeschieden, weil ich keine Lust mehr hatte.“

Die Entwicklung der letzten 3 Jahre

Inzwischen sind drei Jahr vergangen, dass Musk Grohmann Engineering gekauft hat. Trotz vieler Unsicherheiten und Vermutungen, die rund um die neu gegründete Tesla Grohmann Automation kursierten, hat sich gezeigt, dass Tesla keinesfalls das Geld ausgegangen ist. Im Gegenteil, die veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen, dass die deutsche Tochtergesellschaft ziemlich gesund dasteht. Fakt ist, dass gerade der Ableger in der Eifel zu den wenigen Gewinnbringern im Tesla-Konzern gehört.

Innerhalb des Tesla-Konzerns ist der Bedarf so groß, dass das Tochterunternehmen in Deutschland in Sachen Auftragseingang im letzten Jahr sogar einen Rekordwert verzeichnet hat. Dabei wurde beinahe komplett auf externe Kunden verzichtet. Tesla erhielt im Jahr 2018 insgesamt Aufträge im Volumen von 178,6 Millionen Euro. Im Gegensatz zum Übergangsjahr waren das sogar 80,6 Millionen Euro mehr. Bis dahin hatte man im Jahr 2016 den Rekordwert von 174,2 Millionen Euro eingefahren.

Auch die Umsatzzahlen lassen sich durchaus sehen, denn der Umsatz stieg auf 142,5 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 11,3%. Wenig überraschend war dabei aber, dass sich der Umsatz stark in Richtung USA verschob. Innerhalb Deutschlands brach der Umsatz nämlich um 77 % ein. Anstelle der 20 Millionen im Jahr 2017, waren es im letzten Jahr nur noch 4,6 beziehungsweise 4,5 Millionen Euro. Auf der anderen Seite gab es einen rasanten Umsatzanstieg außerhalb Europas. Satte 52 % waren es, damit stieg der Umsatz auf 133,4 Millionen Euro.

Aufhebungsvereinbarungen

Eine absolute Besonderheit ist aber das Ergebnis des Tesla-Konzerns. Dieses Ergebnis wies einen Gewinn nach Steuern von 10,7 Millionen Euro aus. Im Gegensatz zum Vorjahr, das einen Gewinn nach Steuern von 26 Millionen Euro zeigte, passte dieses Ergebnis eigentlich besser zum Elektroautobauer, denn dessen Kerngeschäft schrieb bisher immer rote Zahlen.

Allerdings handelt es sich bei dem Verlust von Tesla Grohmann im Jahr 2017 um einen einmaligen Effekt. Grund waren die Aufträge anderer Kunden, die die Muttergesellschaft nicht erfüllt hatte. Allein um aus den Verträgen mit anderen Herstellern aussteigen zu können, kosteten die Aufhebungsvereinbarungen Tesla rund 26,8 Millionen Euro.

Tesla Grohmann musste im Jahr 2018 nur noch ein Minus von einer Million Euro verkraften. Auch diese resultieren auf den Aufhebungsverträgen.

Die Beliebtheit der Tesla Aktien

Der Firmenchef Elon Musk wird häufig als etwas unkonventionell und gleichzeitig als besonders ehrgeizig und sehr intelligent beschrieben. Das macht ihn besonders bei der jüngeren Generation äußerst beliebt. Andere Bevölkerungsgruppen hingegen sehen ihn eher mit etwas Unbehagen.

Doch was die Wirtschaft und die Börse betrifft, so zählen hier jedoch ausschließlich die Qualität und Vorteile der angebotenen Produkte. Im ersten Quartal 2020 stieg der Umsatz der Aktie um 32 %. Der operative Gewinn stieg damit auf 283 Millionen US-Dollar.

Auch wenn Elon Musk als Vorstandsvorsitzende eine umstrittene Figur ist, werden dennoch sowohl die Firma als auch die Aktienkurse in Zukunft weiter wachsen.

 

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