Gewinn – was sonst!

Bonn. Gewinn ist nicht alles, aber ohne Gewinn ist alles nichts. In diesem Punkt waren sich sowohl Redner als auch Teilnehmer der Konferenz ‚Gewinn – was sonst?!‘ einig. Über 600 Teilnehmer verfolgten die Jubiläumskonferenz in Frankfurt am Main, zu der die globale Strategieberatung Simon-Kucher & Partners zum 25jährigen Firmenjubiläum eingeladen hatte. Mit den Vorträgen zu ‚Gewinn‘ aus Sicht der Wissenschaft, der Industrie und der Banken eröffneten Jürgen Hambrecht von BASF und Jürgen Fitschen von der Deutschen Bank AG gemeinsam mit Simon-Kucher Unternehmensgründer Hermann Simon die Veranstaltung.

In den folgenden Paneldiskussionen setzten sich die Teilnehmer über umstrittene Themen wie Gewinnmaximierung, Shareholder Value und Ethik des Gewinns auseinander. Kernergebnisse: 1. Gewinnziele sollten immer langfristig orientiert sein. 2. Nicht Gewinnmaximierung, sondern Gewinn-optimierung ist das angemessene Ziel. 3. Wachstum ohne Gewinn ist tödlich.

Der Preis ist der effektivste Gewinntreiber

Georg Tacke, CEO von Simon-Kucher, begann die Konferenz mit einem kurzen Rückblick auf die 25jährige Geschichte von Simon-Kucher und stimmte die Anwesenden auf das Thema Gewinn ein. Im Anschluss widmete sich Professor Simon in seinem Vortrag dem Begriff aus wissenschaftlicher Sicht. Er belegte anhand internationaler Statistiken, dass deutsche Unternehmen bei Gewinn und Börsenwert seit Jahren schlecht abschneiden. Als eine wichtige Ursache sieht er die fehlende Gewinnorientierung deutscher Firmen. Vor allem hapere es an der Preisfront, dabei sei der Preis der effektivste Gewinntreiber. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender BASF SE, der ‚Gewinn‘ aus den Augen der Industrie erläuterte, führte Definitionsmöglichkeiten für den Begriff an und betonte den Gewinn als Maßstab für unternehmerische Effizienz. Auch Deutsche Bank-Vorstand Jürgen Fitschen unterstrich vor allem die Nachhaltigkeit des Gewinns und warb um Verständnis, dass die Banken nach der Krise ein verschärftes Auge auf die Gewinn- und Risikosituation der Unternehmen werfen.

Kein Wachstum ohne Gewinn

Im ersten Panel kamen die Teilnehmer zu dem Schluss, dass sich das Gewinndenken im Laufe der letzten Jahrzehnte stark gewandelt hat. Ehrgeizige Innovations- und Wachstumsziele setzten aber immer ausreichenden Gewinn und Cash Flow voraus. Gerade in Wachstumsphasen sei es wichtig, Gewinn und vor allem auch die Kosten im Auge zu behalten. „Wachstum ohne Gewinn ist tödlich“, bekräftigte Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe. Kontrovers gestaltete sich das Gespräch zum Thema ‚Ethik des Gewinns‘.

Die Teilnehmer der Runde waren sich einig, dass Gier und nicht das Gewinnstreben als solches bedenklich ist. „Wer ethisch handelt, kann auch ohne schlechtes Gewissen hohe Gewinne machen“, so Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender Heraeus Holding. Petra Moske, Gründerin von Nestwärme e.V. – und jüngst als Social Entrepreneur geehrt – betonte, dass der Begriff ‚Gewinn‘ nicht nur materiell belegt ist, sondern auch im sozialen Bereich zu finden ist. Ihr Wunsch sei, dass sich alle Unternehmer dessen bewusst sind.

In seinem Schlusswort zog Klaus Hilleke, CEO von Simon-Kucher, das Fazit, dass Gewinn und Ethik keinen Widerspruch darstellen. Hilleke beendete die Konferenz mit den Worten „Gewinn, was sonst – mit Ausrufezeichen!“.

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