Haben die Genossen gemauschelt?

Die Firma Reichle in Gerolstein hat sich in einem Schreiben an den 1. Beigeordneten Lux und später auch noch beim Verbandsbürgermeister Pauly  darüber beschwert, dass sie bei der Vergabe eines Auftrages unrechtmäßig benachteiligt wurde.

Was war geschehen?

Das Landesamt für Mobilität (früher Straßenbauamt) hat im Zuge der Baumaßnahme der Landesstraße „Raderstraße“ in Gerolstein, für die das Land Kostenträger ist, auch die Gehwege ausgeschrieben und an eine Fachfirma aus dem Vulkaneifelkreis vergeben. Für den Belag der Gehwege hat das Landesamt das Pflaster der Firma Reichle aus Gerolstein empfohlen oder ein gleichwertiges. Für die Beschaffung des Pflasters war die Stadt als Kostenträger der Gehwege zuständig. Der Bauausschuss ist zunächst nach Prüm gereist und hat das dort vor dem ehemaligen Bahnhof verlegte Reichle-Pflaster in Augenschein genommen und sich spontan dafür entschieden. Es sollte nur noch die Farbe in einer späteren Bemusterung festgelegt werden. Zu dieser Bemusterung wurde dann aber nicht form- und fristgerecht eingeladen, sondern per Email eine nicht nachvollziehbare Auswahl von Stadtratsmitglieder zum Brunnenplatz bestellt. Der Text der Email lautete: „Am Dienstag, den 13.07.2010 um 16:00 Uhr bemustert die Firma KANN (Red. Werk Bendorf am Rhein) an der Baustelle „Brunnenplatz“ Betonsteine für die Gehwege in der Raderstraße. Wir bitten Sie, an diesem Termin teilzunehmen, damit die Materialauswahl erfolgen kann.“

Die Tatsache, dass nur die Betonsteine der Firma KANN genannt wurde und eine erneute Materialauswahl erfolgen sollte, ist schon ein erster Hinweis, dass die Firma Reichle ausgetrickst werden sollte. Die Firma Reichle wurde dann zwar auch kurzfristig aufgefordert, Betonsteine des Typ „Gerolsteiner-Altstadtpflaster“ auszulegen, war aber im Gegensatz zur Firma KANN, nicht persönlich vertreten. Und so kam es wie es kommen sollte. Die nicht beschlussfähige Runde von Stadtratsmitgliedern hat sich für das KANN-Pflaster ausgesprochen. Angeblich hat die Firma KANN das Pflaster der Stadt zu einen günstigeren Preis angeboten. Obwohl die Firma Reichle auch auf diesen Preis einsteigen wollte, wurden sie ignoriert, und dass, obwohl das Landesamt für Mobilität das „Gerolsteiner-Altstadtpflaster“ der Firma Reichle empfohlen hatte und das von Fachleuten als Qualitativ hochwertig eingestuft wird.

Es konnte zwar auch ein gleichwertiges Pflaster beschafft werden, allerdings stellt sich die Frage, warum man bei einer auswärtigen Firma ein gleichwertiges Pflaster zum gleichen Preis kaufen soll und eine einheimische Firma, die hier Arbeitsplätze anbietet und Steuern zahlt, ohne erkennbaren Grund leer ausgehen lässt. Die Verwaltung hat sich zwar nachträglich dieses undurchschaubare Vergabemanöver vom Bauausschuss bestätigen lassen, ein fader Beigeschmack bleibt.

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