Frauen starten mit Jobcenter-Projekt durch

Mütter mit Flucht- und Migrations-hintergrund erhalten eine nachhaltige Beschäftigung

KREIS MYK. Mit dem Projekt MiB (Mütter mit Migrationshintergrund in Beschäftigung) hilft das Jobcenter Mayen-Koblenz Müttern mit Migrationshintergrund im Alter von 18 bis 50 Jahren nach einer Familienphase in das Erwerbsleben einzusteigen oder zurückkehren.

Großer Wert wird dabei auf den Erwerb beruflicher Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die Stärkung sozialer und methodischer Kompetenzen gelegt.

So auch bei Aischa Al-Shami (Name von der Redaktion geändert), die aus Syrien kommt. Sie ist die erste Frau, die am Busfahrer-Projekt des Jobcenters teilnimmt.

Bis dahin war es ein langer Weg. 2009 kam die heute 38-Jährige nach Deutschland, ohne Berufserfahrung oder berufliche Orientierung und ohne Sprachkenntnisse. „Das sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für den Start in ein Berufsleben in Deutschland“, sagt Jobcenter-Mitarbeiterin Kristin Reuter, die das MiB-Projekt betreut. Seit 2013 ist Al-Shami deutsche Staatsbürgerin. Nach einer Familienphase – sie ist verheiratet und hat drei Kinder – übernahm das Projekt Mütter mit Migrationshintergrund in Beschäftigung ihre Betreuung, um sie für eine Arbeitsaufnahme zu qualifizieren und dadurch nicht mehr auf Leistungen durch das Jobcenter angewiesen zu sein. Die Projektverantwortlichen Kristin Reuter und Arzu Yilmaz bieten rund 60 Müttern mit Flucht- und Migrationshintergrund aus dem Kreis Mayen-Koblenz eine individuelle und ganzheitliche Beratung und Begleitung mit dem Ziel einer nachhaltigen beruflichen und sozialen Integration.

Zusätzlich zum Einzelcoaching werden Workshops zu Themen aus der Lebens- und Arbeitswelt der Teilnehmerinnen durchgeführt. Durch den engen Kontakt zum jobcentereigenen Flüchtlingsprojekt LQA (Leben, Qualifizieren, Arbeiten) konnte die junge Mutter in das Busfahrer-Projekt vermittelt werden. Dieses war vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bei Busunternehmen und gleichzeitigen Plänen zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ins Leben gerufen worden. Neben der beruflichen Qualifizierung finden Sprachkurse in berufsbezogenem Deutsch für die Projektteilnehmenden statt. „Die Sprachkurse bereiten insbesondere auf die Herausforderungen des Busfahrer-Alltags vor. So werden zum Beispiel der Fahrkartenverkauf, die Beratung sowie die Kommunikation mit Fahrgästen trainiert“, erklärt Yilmaz.

Nach einem Praktikum bei den Ahrweiler Verkehrsgesellschaften entschied sich Aischa Al-Shami schließlich für eine Ausbildung zur Busfahrerin bei der BKF-Schule Neuwied GmbH. Diese wird sie im Januar abschließen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Die junge Frau hat mit ihrer Qualifizierung aussichtsreiche Chancen auf eine Anstellung als Busfahrerin und somit auf einen Ausstieg aus den Leistungen des Jobcenters. Und die Region kann beim Ausbau des ÖPNV auf eine weitere ausgebildete Fachkraft setzen.

Das Projekt MIB wird im Rahmen des Förderprogramms „Stark im Beruf“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

 

Weitere Informationen zu den Projekten des Jobcenters gibt es im Internet unter www.jobcenter-myk.de

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