Quäker mahnen erneut: Atomwaffen abschaffen!

Büchel. Im Rahmen der 20 wöchigen Aktionspräsenz der Kampagne „Büchel ist überall – Atomwaffenfrei.jetzt“ werden vom 27. bis 30. Juli 2019 Mitglieder der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) ihren Protest gegen die im Fliegerhorst Büchel gelagerten Atomwaffen deutlich zum Ausdruck bringen. In Cochem und an den Zufahrtsstraßen zum Atomwaffenlager wollen sie sich mit aufklärenden Informationen, einer Mahnwache und gewaltfreien Blockaden für die Abschaffung und die Vernichtung dieser lebensbedrohenden Waffen einsetzen. Die Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland, England und den USA.
Getragen fühlt sich die Gruppe durch eine Erklärung der Deutschen Jahresversammlung der Freunde (Quäker) von 2017.

„Erneut erheben wir, die heute in Pyrmont versammelten Mitglieder der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), die Stimme gegen die anhaltende Lagerung, die Bereitstellung und die geplante Erhöhung der Einsatzbereitschaft von Atomwaffen auf deutschem Boden. Wir wollen unter keinen Umständen durch Atomwaffen „geschützt“ werden. Ebenso wenig wollen wir zulassen, dass irgendwo andere Menschen einen Atomwaffenangriff erleiden müssen.
Quäker haben 1960 die deutschen Ostermärsche gegen Atomwaffen in Ost und West unter dem Wort begonnen „Wir müssen ein Zeichen setzen.“ Unter demselben Motto: „Wir müssen ein Zeichen setzen“ hat der deutsche Bundestag 2010 – fünfzig Jahre später – mit überwältigender Mehrheit die Abschaffung von Atomwaffen und ihren Abzug aus Deutschland beschlossen. Aber bisher hat keine Bundesregierung diesem Beschluss entsprechend gehandelt.
Die unermessliche Bedrohung besteht weiterhin und wächst sogar, wie gegenwärtig der schwelende Atomwaffen-Konflikt zwischen Nordkorea und den USA mit seinen wechselseitigen Drohungen belegt.

Deshalb fühlen wir uns eins mit denjenigen von uns und all den anderen, die es aus religiösen oder Gewissens-Gründen für dringlich halten, sich am deutschen Atomwaffen-Standort Büchel und anderen militärischen Zentren entschieden und gewaltfrei zu widersetzen, u.U. auch mit zivilem Ungehorsam. Wir begleiten sie mit Zustimmung bei ihren Aktivitäten.“

Diese Aktion der Quäkergruppe reiht sich ein in eine weltweit immer größer werdende Anzahl von Protestaktionen gegen die geplante Modernisierung der US-Atomwaffen, gegen das Ende der INF Verträge sowie grundsätzlich gegen die Existenz von Atomwaffen/bomben, egal ob in amerikanisch-deutscher Hand oder unter dem Befehl jeglicher Staaten.

An dem Protest nehmen Menschen unterschiedlichen Alters teil und vertreten so das Friedenszeugnis der Quäker, das über 350 Jahre den Einsatz für das Leben bestimmt in der Gewissheit, dass Frieden auf Erden zu keiner Zeit durch Waffen und absolut nie durch Massenvernichtungswaffen erreicht werden kann. Sie bekunden damit auch, dass schon die Drohung eines atomaren Erstschlags im Falle einer angenommenen Bedrohungslage ein Verbrechen ist, wie auch das Urteil des Internationalen Gerichtshofes vom 8.7.1996 bestätigt.

Wir rufen alle Menschen auf, sich gewaltfrei für die Ächtung aller atomaren Waffen einzusetzen und sich uns anzuschließen!
Weitere Informationen und Kontakt unter www.quaeker.org / quaeker_in_buechel@posteo.de