Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz erleiden erhebliche Nachteile durch die Corona-Krise

Seit Ausbruch der Pandemie verzeichnen die Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland einen Rückgang von über 500.000 Übernachtungen. Das macht einen Verlust von 26 Mio. € für die Jugendherbergen. Um sich über die Situation der Jugendherbergen im Land zu informieren, trat die Allgemeine Landrätekonferenz erstmals nach dem Corona-Ausbruch in einer Präsenzsitzung in der Jugendherberge in Trier zusammen. „Ich bedanke mich, in Ihrem Haus Gast sein zu dürfen. Eine Landrätekonferenz hat bisher noch nie in einer Jugendherberge stattgefunden – eine Premiere für den Landkreistag“, bedankte sich der Vorsitzende des Landkreistages, Günther Schartz, bei Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender der Familien- und Jugendgästehäuser in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Corona-Krise stellt die Jugendherbergen im Land vor große Herausforderungen. Seit Beginn der Krise wurden ca. 60 % der Übernachtungen storniert. „Vor Corona waren die Buchungszahlen gut“, hob Jacob Geditz hervor. „Durch den Einbruch der Buchungszahlen können die Jugendherbergen nun nicht mehr wirtschaftlich geführt werden“. Weder Schulklassen noch größere Personengruppen reisen derzeit an – wichtige Gruppen, die einen Großteil der Buchungen ausmachen. Ohne diese Gruppen liegt die Auslastung der Jugendherbergen nur bei etwa 30 %. Trotz der geringen Gästezahlen haben die Häuser hohe Kosten zu tragen. Diese setzen sich aus anfallenden Personalkosten, den laufenden Kosten für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes und den Kosten für die Umsetzung der Hygienevorschriften im Rahmen der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz zusammen. Dies bringt die Jugendherbergen in eine schwierige finanzielle Lage, die durch die Hilfsprogramme des Bundes nicht gänzlich aufgefangen werden können.

Weitere Themen der Sitzung waren u. a. die Novellierung des Nahverkehrsgesetzes, der ÖPNV-Rettungsschirm sowie die IT-Betreuung in Schulen. Auch über die Corona-Pandemie und deren Auswirkung auf Kommunal- und Kreisfinanzen wurde gesprochen. In diesem Zusammengang wurde auch die Personalausstattung in den Gesundheitsämtern thematisiert. Ein weiterer Tagungspunkt war das Thema Sommerschule, die in diesem Jahr erstmals in Rheinland-Pfalz als Kompensation des Schulausfalls während der Corona-Krise angeboten wird. Die Landrätinnen und Landräte hatten die Gelegenheit, Rückfragen zu stellen und sich über die Organisation des Angebotes zu informieren.

Die erste Präsenzsitzung nach Ausbruch der Corona-Krise wurde gut angenommen: 14 der 24 Landrätinnen und Landräte waren nach Tier gekommen – sechs Teilnehmende wurden per Videokonferenz zugeschaltet. „Toll, dass so viele Kolleginnen und Kollegen gekommen sind. Die erste Präsenzsitzung nach Ende des Lockdowns hat sich gelohnt“, freute sich Schartz.

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