Niedrigste Zahl der BAföG-Geförderten seit zehn Jahren

Im Jahr 2019 wurden in Rheinland-Pfalz rund 28.900 Personen, davon 21.100 Studierende und 7.800 Schülerinnen und Schüler, nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) finanziell unterstützt. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war das die niedrigste Zahl der BAföG-Geförderten in den vergangenen zehn Jahren.

Aufgrund des zwischen 2012 und 2018 deutlichen Rückgangs der Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger (minus 30 Prozent) wurde am 1. August 2019 das Bundesausbildungsförderungsgesetz erneut novelliert. Durch höhere Förderleistungen für Wohnkosten und höhere Freibeträge soll die Attraktivität des Förderprogramms wieder gesteigert werden. Das damit einhergehende Ziel, die Inanspruchnahme der BAföG-Leistungen zu erhöhen, wurde 2019 noch nicht erreicht: Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Geförderten um 7,8 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Gesetzesänderung erst in der zweiten Jahreshälfte in Kraft trat und auch die Zahl der Studierenden (minus 0,6 Prozent) sowie der Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden (minus 1,9 Prozent) und allgemeinbildenden Schulen (minus 0,3 Prozent) geringfügig zurückgegangen sind.

Seit dem Jahr 1971 werden auf der Grundlage des BAföG Jugendliche und junge Erwachsene finanziell in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung unterstützt, im Wesentlichen um ihre Chancen im Bildungs- und Berufssystem zu erhöhen. Gefördert werden Ausbildungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen sowie an Hochschulen. Die Höhe des monatlichen Förderbetrags und die Förderungsart (Zuschuss oder Darlehen) hängen von der Art der Ausbildung und den familiären Rahmenbedingungen ab.

Mit insgesamt 104 Millionen Euro wurden Jugendliche und junge Erwachsene 2019 in Rheinland-Pfalz im Rahmen des BAföG in ihrer Schul-, Hochschul- oder Berufsbildung finanziell gefördert (minus 3,2 Prozent gegenüber 2018). Mit 73 Prozent stellten die Studierenden die größte Empfängergruppe dar, gefolgt von Schülerinnen und Schülern an berufsbildenden Schulen (20 Prozent). Die Förderung von Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden Schulen (zwei Prozent) und an Abendschulen bzw. Kollegs (fünf Prozent) machten hingegen nur einen geringen Anteil der Gesamtausgaben aus.

Der durchschnittliche monatliche Förderbetrag, den die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhielten, ist gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent gestiegen. Mit durchschnittlich 493 Euro empfingen die Geförderten 25 Euro pro Monat mehr als im Vorjahr. Dabei bekamen Schülerinnen und Schüler (453 Euro) 54 Euro weniger als Studierende (507 Euro). Zehn Jahre zuvor lag der Unterschied noch bei 117 Euro.

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