Schulstart nach den Sommerferien: „Ministerin Hubig veröffentlicht mangelhaften Corona-Hygieneplan für Schulen“

SU & JU Trier fordern verpflichtende Corona-Tests zum Schulstart und Nachbesserung des rheinland-pfälzischen Corona-Hygieneplans.

Am 17.08.2020 beginnt in Rheinland-Pfalz das neue Schuljahr. Das Bildungsministerium unter der Leitung von Ministerin Hubig hat am 01.08.2020 einen überarbeiteten „Hygieneplan-Corona“ für die Schulen veröffentlicht, der jedoch einige Fragen aufwirft.

Die Vorsitzende der Schüler Union Trier Isabell Biersack erklärt hierzu:

„Grundsätzlich erachten wir eine Schulöffnung nach den Sommerferien als notwendig, damit die bereits jetzt bestehenden Bildungsdefizite nicht weiter gefördert werden. Aktuell müssen wir jedoch einen Anstieg an Corona-Neuinfizierungen in Rheinland-Pfalz feststellen, sodass in unseren Augen nach den Sommerfeien eine Herabsenkung der Schutzmaßnahmen sehr fahrlässig erscheint.

Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz hat Nordrhein-Westfahlen seit Anfang der Woche sogar eine Maskenpflicht im Unterricht angeordnet. Während weitere Bundesländer dieser Regelung folgen gibt Rheinland-Pfalz bekannt, dass eine Maskenpflicht während des Unterrichts bei vollbesetzten Klassen mit ungefähr 25 Schülern nicht zu erwarten ist. Eine erneute Kursaufteilung, um den Mindestabstand einhalten zu können, wäre daher in RLP zwingend geboten.

Diese in unseren Augen ungenügenden Maßnahmen im Hinblick auf eine steigende Zahl von Covid19-Infizierten vertreten wir als Schüler nicht.

Nach den Sommerferien erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass das Risiko von Neuinfektionen in Schulen, auch auf Grund von Reiserückkehrern und nicht eingehaltenen Schutzmaßnahmen, weiter ansteigen könnte. Unter diesen Umständen eine reguläre Klassenbesetzung ohne Maskenpflicht anzuordnen wäre unzumutbar.

Um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, sollten verpflichtende Corona-Tests für alle Schüler und Lehrer zum Schulstart im ganzen Bundesland eingeführt werden. In Anlehnung an das NRW-Modell scheint es für uns zudem sinnvoll, den Lehrkräften und Mitarbeitern an Schulen in einem ersten Schritt bis zu den Herbstferien alle 14 Tage kostenlose Tests anzubieten. Hierdurch würde nicht nur die Sicherheit von Schülern und Lehrern gewährleistet werden, sondern könnte auch einer erneuten Schulschließung frühzeitig entgegenwirken. Um den Schulbetrieb und die damit einhergehende Kontaktmöglichkeit zwischen den Schülern zu entzerren wäre es zudem sinnvoll, den Unterrichtsbeginn auf einen Zeitraum zwischen 7.30 und 8.30 Uhr zu erweitern, sowie über eine unterschiedliche Pausentaktung nachzudenken, da nach unserer Erfahrung eine Einhaltung des Mindestabstandes sowohl in den Schulgebäuden, als auch auf den Pausenhöfen nicht gewährleistet werden kann“.

Der Vorsitzende der Jungen Union Trier, Maximilian Theodor Schmitz, erklärt hierzu weiter:

„In Rheinland-Pfalz wird augenscheinlich mit zweierlei Maß gemessen. Während sich die Landeshochschulpräsidentenkonferenz darauf geeinigt hat auch weiterhin auf einen vollständigen Präsenzbetrieb der Hochschulen zu verzichten, da insbesondere die Einhaltung eines Mindestabstandes nicht gewahrt werden kann, scheint dies für Schüler und Lehrer nicht zu gelten. Vielmehr eröffnet der überarbeitete Hygieneplan für Schulen sogar die Möglichkeit einer Abweichung von der 1,5 Meter Abstandsregelung. Das ist unverantwortlich. Da kann man sich schon die Frage stellen, warum ein verantwortbares Konzept für Hochschulen ausgearbeitet wurde, aber die Gesundheit der Schüler und Lehrer an Schulen durch eine Herabsetzung der Hygienevorschriften unnötig in Gefahr gebracht wird.“

Wir sind uns einig, dass Bildungsministerin Hubig hier dringend nachjustieren muss, um Schüler, Eltern und Lehrer besser zu schützen.

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