Ryanair verabschiedet sich in Raten vom Hahn

Weitere massive Flugstreichungen von Ryanair deuten sich an

Hahn. Die Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn hat den aktuellen Stand (29.04.2019) des Winterflugplans von Ryanair für die Zeit von November 2019 bis März 2020 ausgewertet.

Nur noch zwei Maschinen
am Hahn

Mit gerademal zwei stationierten Maschinen bietet Ryanair vom Flughafen Hahn laut Flugplan ab November 2019 nur noch 16 Flugziele an. Im Winterflugplan 2018/2019 waren es noch 29 Flugziele. Eine Reduzierung um 13 Flugziele bzw. knapp 45 Prozent.

Nicht mehr buchbar sind: Alicante, Girona, Lanzarote, Gran Canaria, Jerez de Frontera, Malaga, Palma de Mallorca, Santiago de Compostela, (alles Spanien), Ovda (Israel), Faro, Lissabon (beide Portugal), London-Stansted, Pisa (Italien), Riga (Litauen) und Tanger (Marokko).

Neu dazugekommen sind Palermo in Italien und Kiew in der Ukraine. Darüber hinaus wurden die wöchentlichen Flugfrequenzen auf folgenden Strecken reduziert: Marrakesch (-1), Pescara (-1), Rom (-2), Teneriffa (-1) und Vilnius (1).

Demnächst nur noch 37 Abflüge pro Woche!

In Summe verbleiben 37 wöchentliche Abflüge. 2018/2019 waren es mit 76 mehr als doppelt so viel. Auf Tagesbasis eine Reduzierung von 11 auf 5 Anflüge täglich. In Prozent ein Minus von 51,29 %. Für die Zeit vom 01. November 2019 bis zum 31.März 2020 ergibt sich bei einer unterstellten durchschnittlichen Auslastung von 85% aus diesen Reduzierungen ein Minus von weiteren knapp 270.000 Passagieren. Die Bürgerinitiative rechnet nicht damit, dass es noch zu einer nachhaltigen Erhöhung der Flugfrequenzen kommen wird, außer der chinesische Flughafenbesitzer HNA oder die rheinland-pfälzische Landesregierung gewähren Ryanair im Gegenzug massive finanzielle Vergünstigungen.

17% Fluggäste im 1. Quartal 2019

Im ersten Quartal 2019 ist das Passagieraufkommen am Hahn bereits deutlich um mehr als 17 Prozent auf ca. 380.000 Fluggäste weiter gesunken, während alle anderen 22 deutschen Verkehrsflughäfen um 4,3 Prozent zugelegt haben. Ryanair verabschiedet sich sozusagen in Raten vom Hahn. Wie lange die Infrastruktur dieser Entwicklung am Hahn standhalten wird, bleibt abzuwarten. Ein massiver Rückgang von Arbeitsplätzen am Hahn wäre die Folge und käme einer mittleren Katastrophe für die Hunsrückregion gleich.

2019 nur noch 1,5 Mio. Passagiere? 

Gut zwei Mio. Passagiere wurden in 2018 am Hahn gezählt. 2017 hatte der Hahn nach eigenen Angaben noch fast 2,5 Millionen Passagiere registriert. Zu seinen besten Zeiten vor etwa einem Jahrzehnt hatte man am Hahn jährlich um die vier Millionen Fluggäste gezählt. Zu diesem Zeitpunkt war übrigens der Bau des Hochmoselübergangs mitentscheidend für die Entwicklung am Hahn.

Die Chinesen juckt das nicht!

Dem chinesischen Eigentümer dürfte es momentan egal sein, was am Hahn passiert. Die Kohle kommt doch automatisch! Das Land Rheinland-Pfalz erstattet vertraglich garantiert bis 2024 für den Flugbetrieb am Hahn die Sicherheitskosten (Brandschutz, Rettungsdienst etc.) von bis zu 27 Millionen Euro sowie Betriebsbeihilfen von 25,3 Millionen Euro. Zudem gewährt es Zuschüsse zu Infrastrukturinvestitionen von bis zu 22,6 Millionen Euro, sofern die Chinesen auf die Idee kommen, am Hahn neu zu investieren. Aus heutiger Sicht ist das eher unwahrscheinlich. Der reine Kaufpreis in Höhe von 9,66 Mio. Euro ist in Form von zugesicherten Beihilfen und Kostenübernahmen des Landes Rheinland-Pfalz längst wieder an die Chinesen zurückgeflossen. Am Ende hat die Landesregierung, hier federführend SPD-Mann und Innenminister Roger Lewentz den zu 82,5% landeseigenen Flughafen Hahn an die Chinesen sozusagen verschenkt und obendrein noch eine kräftige Apanage in Höhe von ca. 38,24 Mio Euro für die kommenden Jahre bis 2024 zugesichert. Was für ein geniales Geschäft!

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