Wie souverän ist Landrat Onnertz noch?

Ja es gibt Situationen, die schmecken dem einen oder anderen Zeitgenossen nicht, auch wenn sie der Realität entsprechen. Wir sind als Eifelzeitung angetreten, über die Eifel-Mosel-Region zu berichten. Wenn aber ein Landrat neuerdings der Meinung ist, einen SPD-Genossen hinter seinem Schutzschild verteidigen zu müssen, fragen wir uns natürlich nach dem Warum? In einer demokratischen Gesellschaft gibt es ein grundlegendes Prinzip: unterschiedliche Menschen haben logischerweise unterschiedliche Meinungen. Die Demokratie lebt von der politischen Auseinandersetzung, von gegensätzlichen Interessen und der Suche nach einem Ausgleich zwischen diesen Interessen.

Wenn beispielsweise Steuersubventionen in Millionenhöhe auf fragwürdige Art und Weise an einen Unternehmer gezahlt werden, dann hat die Bevölkerung ein Anrecht darauf, davon zu erfahren. Meistens wird nämlich nur die halbe Wahrheit erzählt. Oder gewisse Dinge werden nicht transparent dargestellt, bzw es wird über gravierende Mängel hinweggetäuscht. Mit solch einer Politik öffnet man Spekulationen Tor und Tür.       

Streitkultur verkümmert

Die Art und Weise, wie der Landrat des Vulkaneifelkreises neuerdings auf Presseberichte der Eifel-Zeitung reagiert, die ihm nicht in den Kram passen, ist beschreibend. Ihm scheint genauso wenig an einer sachlichen Diskussion zu liegen, wie dem SPD-Genossen, den er verteidigt. Vielleicht weiß die Eifel-Zeitung zu viel. Das will man offensichtlich verhindern und lenkt mit theatralischen Geschichten vom Thema ab. Genau das ist das Problem. Die gesunde Streitkultur verkümmert immer mehr. Sehr deutlich wird dies neuerdings, wenn es um Themen geht, die die SPD betreffen. Wie un- bzw. überparteiisch ist eigentlich Landrat Heinz Onnertz noch?  

Es kann doch nicht sein, dass ein Einzelner profitiert und alle Anderen es dadurch schwerer haben. Wer ständig in hochsubventionierten Geschäftsfeldern fischt, muss damit rechnen, dass er im Fokus der Öffentlichkeit steht. Dass die SPD mit ihrer Subventionspolitik kein glückliches Händchen hat, dürfte mittlerweile unumstritten sein. Wenn aber ein Landrat versucht, seine schützende Hand über die Subventionspolitik des Landes zu legen und gleichzeitig die Eifel-Zeitung dafür verantwortlich macht, weil sie investigativ darüber berichtet, ist dies durchaus als Angriff auf die Pressefreiheit zu verstehen. Sicherlich ist Kritik unbequem und nicht jeder kann damit umgehen. Wer aber Kritik als Majestätsbeleidigung versteht, sollte zumindest versuchen, weniger Angriffsfläche zu bieten. Auf Kritik mit Schmähkritik zu reagieren, ist sicherlich der falsche Weg.

Peter Doeppes, Geschäftsführender Gesellschafter der Eifel-Zeitung

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