Zimmerermeister und Elektroniker-Auszubildende geben Einblicke in ihre Arbeit

Fast 500 Schüler von mehreren Schulen der Region sind nach Saarburg gekommen, um sich über Berufsfelder zu informieren.

Im Sommer vor zwei Jahren stand das Saarburger Rathaus lichterloh in Flammen. Als man nach dem Brand aus der Ruine Holzreste hervorholte, sahen Zimmerermeister, dass das Holz mehr als 400 Jahre alt sein musste. Es wurde noch per Handgatter gesägt, einer großen Handsäge, für die es zwei Männer braucht, um damit das gewünschte Holz aus einem Stamm herauszusägen. Der Zimmerermeister Ludwig Kohn ist ganz in seinem Element, als er davon erzählt. Kohn ist eigentlich schon in Rente, aber er kommt immer gerne, wenn Handwerksmeister gesucht werden, die Schülern von ihrem Beruf erzählen. Natürlich ist es der Zimmererbetrieb Kohn, welcher damit beauftragt wurde, das neue Dach des Rathauses zu errichten.

Rund 470 Schüler sind in das Schulzentrum nach Saarburg gekommen, um eine Anregung zu finden, welchen Beruf sie einmal ergreifen könnten. Neben der Realschule plus, dem Gymnasium und der Berufsbildenden Schule am Saarburger Standort sind auch Schüler von der Berufsbildenden Schule Hermeskeil, von der Realschule plus in Kell am See, der Realschule plus in Konz sowie vom Schengen Lyzeum dabei. „Jeder Schüler hat sich im Vorfeld drei Workshops ausgesucht“, sagt der Co-Organisator Hans Löber von der BBS Saarburg. Neben den verschiedenen Workshops gibt es einen sogenannten Markt der Möglichkeiten, auf dem Firmen sich an Ständen präsentieren und Fragen der Schüler beantworten. 35 Unternehmen sind gekommen – darunter Vertreter des Handwerks, der Polizei, von Banken und Versicherungen.

„Man sieht gleich, welcher Schüler Interesse an einem Praktikum hat“, sagt der angehende KFZ-Mechatronikermeister Florian Hartwigsen-Zerfaß von der KFZ-Werkstatt Pehl. Für die KFZ-Mechatroniker-Lehrlinge gibt es an der Berufsschule in Saarburg eine eigene Lehrwerkstatt unter der Leitung von Berufsschullehrer Ferdinand Repplinger. An verschiedenen Stationen bekommen an diesem Berufsinformationstag Schüler einen Einblick in den Beruf. So erklären Lehrlinge wie Noah Kramp, wie man an einer Lichtwand Spannung und Strom von Lampen misst, wo sich welches Teil im Motorraum des Lehrautos befindet oder wie man Räder wechselt.

Nebenan ist der Raum für die Berufsschüler für Metallbau. Karsten Frank, Meister bei der Firma Metallbau Kind in Saarburg, präsentiert auf einem Laptop ein Programm, um CNC-Fräsen zu programmieren. „Wir sind ein moderner Betrieb“, sagt Frank. Den Ausbildungsberuf des Metallbauers gibt es allgemein in drei Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Geländer, Gitter, geschweißte Stahlkonstruktionen, LKW-Aufbauten, Förderanlagen oder kunstvolle Metallarbeiten: Der Beruf des Metallbauers ist vielseitig.

Der Laborraum für Elektrotechnik ist das Reich von Berufsschullehrer Arnold Wagner. An den Wänden sind mehrere Schalttafeln montiert – etwa für sogenannte Schützschaltungen, Digitaltechnik oder Haushaltsinstallationstechnik. Der Auszubildende Alex Thiel von der Firma Elektro Jung aus Hermeskeil zeigt Schülern, welche Schaltungen man als frischer Elektroniker-Lehrling lernt. Beispielsweise eine Wechselschaltung, durch die man eine Lampe mit zwei verschiedenen Schaltern an- oder ausschalten kann. Angehende Elektroniker entscheiden sich für eine von drei Fachrichtungen: Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik oder Informations- und Telekommunikationstechnik. Elektroniker kümmern sich etwa um Fotovoltaikanlagen, elektrische Wärmepumpen oder speicherprogrammierbare Steuerungen von Robotern.

Die fast 500 Schüler haben an diesem Tag Einblicke in viele, ganz verschiedene Berufe bekommen und manche von ihnen sicherlich eine Vorstellung, welcher Beruf ihnen einmal Spaß machen könnte.

Fotos und Text: Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg

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