Nach der Flut im Ahrtal: Tränen und Zukunftssorgen

Unwetter
Von Ira Schaible, dpa 

Altenahr/Insul/Rech (dpa) – Der 80 Jahre alte Gerd Gasper und seine Frau Elfriede aus dem Ahrtal versuchen sich auf eine lange Übergangszeit einzustellen.

Die Winzerfamilie Stodden hat immer noch kein warmes Wasser. Manuela Göken und Daniel Schmitz haben neu angefangen. Der Lokführer Peter Filz muss jetzt eine andere Strecke fahren. Und Wolfgang Ewerts will Weihnachten wieder in seinem Haus feiern.

Drei Monate nach der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli sind viele Häuser im Ahrtal abgerissen und große Teile der Dörfer nicht mehr zu erkennen. «Hier ist abends kein Mensch, und es brennt nirgendwo Licht», sagt Gerd Gasper in seinem vollständig entkernten Haus in Altenahr-Altenburg. Viele Häuser oder Etagen wurden in den Rohbau zurückversetzt, überall laufen Trockengeräte. Müllberge werden geschreddert, freie Flächen planiert und das Ahr-Ufer stellenweise wieder hergestellt. Dazwischen pflanzen einige Menschen Blumen. Weiterlesen

Coachs helfen arbeitssuchenden Menschen in Flutregion

Mainz (dpa/lrs) – Mit Coaching-Projekten sollen arbeitssuchende Menschen in der Flutregion im Ahrtal bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt werden. Das Ziel der Programme sei, die Wohn- und Lebenssituation so zu verbessern, das die Jobsuche erleichtert werde, teilte das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Die Projekte starten an diesem Freitag. Weiterlesen

Flutkatastrophe: Bisher 250.000 Euro für Vereine gesammelt

Koblenz (dpa) – Bei einer Spendenaktion für die von der Flutkatastrophe betroffenen Sportvereine in Rheinland-Pfalz sind inzwischen 250.000 Euro zusammengekommen. Dies teilte der Fußballverband Rheinland am Donnerstag mit. Dessen Stiftung «Fußball hilft!» hatte im September seine knapp 1000 Vereine zu Spenden aufgerufen. Zahlreiche Benefizveranstaltungen fanden seither statt. Das Geld, darunter 100.000 Euro vom Deutschen Fußball-Bund, werde nun in enger Abstimmung mit dem Sportbund Rheinland weitergegeben. Rund 40 Vereine seien betroffen.

 

 

Im Ahrtal werden noch rund 1800 Essen pro Tag verteilt

Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa/lrs) – Regionale Caterer und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgen ein Vierteljahr nach der Flutkatastrophe im Ahrtal noch rund 1800 Menschen täglich mit einer warmen Mahlzeit. Die Zubereitung des Essens hätten zwei Unternehmen aus Mendig und Niederzissen übernommen, berichtete DRK-Sprecherin Elisabeth Geurts. Voraussichtlich bis Ende Oktober werde es die Verpflegungsausgabe noch geben. Weiterlesen

Wiederaufbauarbeiten an Sonn- und Feiertagen erlaubt

Koblenz (dpa/lrs) – Zum Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe dürfen Arbeitnehmer im Ahrtal und der Großregion Trier ab sofort auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Die Ausnahmen im Arbeitszeitgesetz wurden von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord mit sofortiger Wirkung beschlossen, wie die SGD Nord in Koblenz am Mittwoch mitteilte. Die Verfügung ist bis zum 23. Dezember befristet und gilt für Arbeiten zur Hilfeleistung und Beseitigung der Unwetterschäden. Dazu zählen etwa die Wiederherstellung von Infrastruktur, die Entsorgung von Abfall sowie die Restaurierung und Sanierung von Gebäuden. Weiterlesen

SWR: Erste Hochwasser-Hilfen aus Fonds ausgezahlt

Mainz (dpa/lrs) – Drei Monate nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind die ersten Gelder aus dem Bund-Länder-Hilfsfonds ausgezahlt worden: Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) sagte am Mittwoch im Radioprogramm SWR Aktuell: «Es wurden über 8300 Anträge gestellt, 2000 schon fertig bewilligt und am Montag sind die ersten Gelder ausgezahlt worden» Hilfen für zerstörten Hausrat könnten dabei deutlich schneller genehmigt werden als für ein ganzes Gebäude oder Grundstück. Spiegel sagte: «Hier arbeiten alle mit Hochdruck, um genau das so schnell wie möglich alles hinzukriegen» Weiterlesen

«Nie dagewesene» Spendenbereitschaft nach Flutkatastrophe

Bonn (dpa/lrs) – Eine Rekord-Spendensumme von 260 Millionen Euro ist bislang beim Bündnis «Aktion Deutschland Hilft» für Opfer der Hochwasserkatastrophe von Mitte Juli eingegangen. Es sei die größte Summe, die dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen seit seiner Gründung vor 20 Jahren für Hilfsmaßnahmen nach einer Katastrophe zur Verfügung stehe, teilte das Bündnis am Dienstag in Bonn mit. Diese hohe Spendenbereitschaft aus Deutschland sei «beispiellos». Das Geld fließe in akute Nothilfe, mittelfristige Hilfe und den Wiederaufbau. Weiterlesen

Studie für neue Siedlungsflächen im Ahrtal gestartet

Mainz (dpa) – Das rheinland-pfälzische Innenministerium will ausloten lassen, ob auf einem ehemaligen Werksgelände im Ahrtal Ersatzsiedlungsflächen für Betroffene der Flutkatastrophe geschaffen werden können. Das teilte die Wiederaufbaubeauftragte, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD), am Freitag zum Start einer Machbarkeitsstudie für das Gelände in Ahrbrück mit. Nach der Flut könnten oder wollten einige Menschen nicht mehr an ihren bisherigen Wohnorten bleiben. Weiterlesen

Scheuer nach Hochwasser: Bessere Infrastruktur nötig

Altenahr (dpa/lrs) – Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat im flutgeschädigten Ahrtal einen Wiederaufbau zerstörter Straßen und Gleise angemahnt, der den Klimawandel berücksichtigt. Nötig sei «eine bessere und widerstandsfähigere Infrastruktur» als zuvor, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch in dem in weiten Teilen zerstörten Flusstal. Genug Geld sei dafür da – und auch für die nächste Bundesregierung werde das Ahrtal in der Osteifel ein wichtiges Thema bleiben. Weiterlesen

Bundespräsident spricht Menschen im Ahrtal Mut zu

Nach Flutkatastrophe
Von Peter Zschunke, dpa

Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa) – Fast drei Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bewohner und Helfer getroffen und ihnen Mut zugesprochen. «Wir werden euch nicht vergessen», versprach er den Menschen der Region.

Die stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Anne Spiegel (Grüne) dankte im Namen der Landesregierung für den Besuch, der «ein sehr, sehr wichtiges Signal» sei. «Das Maß der Zerstörung wird erst richtig klar, wenn man hier in den Straßen einen Blick in die Häuser wirft», sagte das Staatsoberhaupt am Sonntag sichtlich betroffen nach einem Gang durch die historische Altstadt von Ahrweiler. Auch an diesem sonnigen Tag sei «die Erinnerung an den Tod nicht verblasst», fügte er am Obertor der alten Stadtmauer hinzu, ehe er in die Winzergemeinde Mayschoß und zu einem Gespräch mit Helfern nach Grafschaft weiterfuhr. Weiterlesen

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