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Undurchsichtig und überteuerter Strom an den Elektro-Ladesäulen

Wer Elektro-Auto fährt, muss nicht mehr an die Tankstelle fahren und das Auf und Ab der Spritpreise mitmachen. Von wegen, das Gegenteil ist der Fall. Die Strompreise an den Ladestationen sind viel zu hoch, die Tarife undurchsichtig und eine vollständige, unabhängige Liste mit öffentlichen Ladesäulen gibt es auch nicht. Auffällig sind zudem die stärker werdenden, lokalen Monopole. Wer also laden will, muss nehmen, was da ist, und zwar meist zu stark überhöhten Preisen.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Kilowattstundenpreis für Haushaltsstrom, der liegt so um die dreißig Cent. Und bei einigen Ladesäulen in Deutschland, wo man ohne Vertrag laden möchte, sind es teilweise bis zu 53 Cent pro Kilowattstunde, also fast doppelt so hoch. Und wenn man jetzt einen Roaming-Anbieter nimmt – das ist ein Unternehmen, das selbst keine Säulen betreibt, aber eben flächendeckend mit verschiedenen Anbietern zusammenarbeitet – können an Stromkosten schnell mal 15 bis 16 Euro pro hundert Kilometer zusammenkommen.

Roaming könnte trotzdem eine echte Alternative sein. Voraussetzung ist allerdings, dass man es überhaupt schafft, sich an der Ladesäule anzumelden, was häufig ein regelrechtes Durcheinander ist. Die Anmeldeprozedere sind immer noch total unterschiedlich. Bei einem Anbieter muss man sich per SMS anmelden, bei einem anderen muss man eine App runterladen oder sich vorab im Internet registrieren. Das Problem ist auch, dass die genaue Preisauskunft – also wie viel kostet mich das Laden jetzt an der Ladesäule – oft wirklich erst klar ist, wenn man sein Auto an die Ladestation angestöpselt hat. Wenn es so weitergeht mit diesem ganzen Chaos, wird die Energiewende im Verkehrssektor nicht funktionieren. Es reicht nicht aus, einfach mal eine öffentliche Ladestation einzurichten. Diese müssen auch gelistet und die Preise transparent werden.

Mit dem normalen Benzinauto kann vorab im Internet oder per App die Spritpreise recherchieren. Und so muss es auch bei E-Ladepunkten funktionieren. Darüber wäre richtiger Wettbewerb direkt an den Ladesäulen notwendig. Die Ladesäulen sollten von den Netzbetreibern und nicht von einzelnen Unternehmen unterhalten werden. Dann könnte man es wie mit dem Haushaltsstrom handhaben, dass jeder E-Autofahrer den Tarif eines Stromanbieters wählen kann, der für ihn richtig ist, und entsprechend dann auch den Strom an der Ladesäule bekommt.

Teilweise teurer als Benzin, zu undurchsichtig und zu wenig Wettbewerb – wenn Elektro-Mobilität in Deutschland tatsächlich eine Zukunft haben soll, muss sich noch sehr viel ändern.

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.