A1-Lückenschluss in 2034 fertig?

Ab Anschlussstelle Kelberg fehlen noch 25 Kilometer bis zum A1-Lückenschluss.

Region. Es gibt etwas Neues in Sachen A1-Lückenschluss zu vermelden! Was man davon halten soll, überlassen wir jedem Leser selbst. Seit Januar 2010 arbeiten die beiden SPD-geführten Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf Basis eines durch ex Ministerpräsident Kurt Beck initiierten Staatsvertrages gemeinsam am Lückenschluss der Autobahn A1. Nach mehr als sieben Jahren Zusammenarbeit präsentiert man dieses zentrale „Jahrhundert-Verkehrsprojekt“ jetzt erstmals mit einer gemeinsamen A1-Homepage.

v.r.n.l.: Verkehrsstaatssekretär Andy Becht mit Edeltrud Bayer, Dienststellenleiterin des LBM Trier, und Ulrich Neuroth vom Autobahnamt Montabaur.
Quelle: Wirtschaftsministerium RLP.

Die Homepage www.a1-lueckenschluss.de ist eine gemeinsame Initiative des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz sowie des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen, wie in der Pressemeldung betont wird.

Die Video-Simulationen und Animationen in 3-D gab es bereits im März 2016. Das Bauprojekt zum A1 Lückenschluss zwischen Kelberg in Rheinland-Pfalz und Blankenheim in NRW kann man jetzt unter www.a1-lueckenschluss.de als Video-Simulation anschauen. „Wir wollen die Öffentlichkeit über die einzelnen Bauabschnitte und den Fortschritt des Projektes auf dem Laufenden halten. Mit den Video-Simulationen können sich die Bürger zudem anschauen, wie die Autobahn einmal aussehen wird“, sagt Verkehrsstaatssekretär Andy Becht (FDP–Rheinland-Pfalz).

Anm.d.Red.: Wann in etwa das Baurecht für die drei Teilabschnitte vorliegt, erfahren die Bürger nicht. Die reine Bauzeit wird mindestens sechs Jahre dauern. Da darf allerdings nichts mehr dazwischen kommen. Die Eifel-Zeitung prophezeit mal wage als Fertigungstermin das Jahr 2034, also in 17 Jahren!       

In der Pressemeldung des Verkehrsministeriums heißt es: „Die Nord-Süd-Verbindung der A1 (749 km) führt von der Ostsee bis zur französischen Grenze bei Saarbrücken und gehört zu den wichtigsten Bundesautobahnen Deutschlands“.

Anm.d.Red.: Zumindest hat man die Dringlichkeit inzwischen erkannt. Der erste Spatenstich erfolgte bereits am 21. März 1934 nahe Hamburg. Seit mehr als 83 Jahren besteht in der Eifel zwischen Kelberg in Rheinland-Pfalz und Blankenheim in NRW noch immer eine Lücke von rund 25 Kilometern. Dieser letzte Streckenzug ist inzwischen im Bedarfsplan des Bundes im „Vordringlichen Bedarf“ und damit in der höchsten Dringlichkeit eingestuft. Das Geld in Berlin ist da! Die Planungen in den Ländern sind noch nicht abgeschlossen und demnach gibt es noch immer kein Baurecht. 

Für die nördlichen 15 Kilometer hat Nordrhein-Westfalen die Federführung, obwohl sich der größte Teil davon auf rheinland-pfälzischem Gebiet befindet. Das wiederum hatte ex Ministerpräsident Kurt Beck/SPD bereits im Januar 2010 mit einem Landesgesetz und einem dazugehörigen Staatsvertrag zwischen Rheinland-Pfalz und NRW über die Übertragung von Zuständigkeiten im Zuge der Baurechtsschaffung und Bauausführung für den Lückenschluss der Bundesautobahn A 1 zwischen Lommersdorf und Adenau an das Land NRW übertragen.

In 2012 wurde für den 1. Abschnitt: Blankenheim bis Lommersdorf = 6 Kilometer auf NRW-Seite das  Planfeststellungsverfahren eingeleitet. In 2017 soll die Planfeststellung abgeschlossen sein. Danach fangen die Naturschutzverbände (B.U.N.D.) an zu klagen. Dauer etwa zwei Jahre beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. 2019 wird anschließend das Urteil erwartet. Mit dem Baurecht kann dann frühestens in 2022 gerechnet werden. Danach muss noch gebaut werden. Beim 2. Abschnitt: Lommersdorf bis Adenau = 8,7 Kilometer auf NRW- und teilweise auf RLP-Seite, wird das Prozedere wie beim 1. Abschnitt zeitversetzt um etwa 2 Jahren sein. Baurecht dürfte dann nach dem Klageverfahren durch B.U.N.D. & Co. ca. in 2024 sein.

In Rheinland-Pfalz ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM) für die 10,5 Kilometer des 3. Abschnittes von Kelberg bis Adenau zuständig. Die Einleitung des Planfeststellungsverfahren sollte Stand 11/2015 in der ersten Jahreshälfte 2016 geschehen. Der zuständige Straßenbauer aus dem Mainzer Verkehrsministerium – Herrn Dr. Kaufmann sagte damals im November 2015 beim letzten A1-Forum in Daun: „Aus Sicht der Straßenbauverwaltung könnten wir schneller arbeiten, wir haben ein Umsetzungsproblem“. Passiert ist per dato tatsächlich noch nichts Besonderes.

In Mainz laufen derzeit die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahrens. Eine Offenlegung der Planungsunterlagen sei noch in 2017 geplant, heißt es aktuell aus dem RLP-Verkehrsministerium. Es heißt dort weiter: „Der Lückenschluss verbessert die Erreichbarkeit der Nord- und Zentraleifel, dadurch werden auch die Wirtschaft und der Tourismus gestärkt“ – eine bemerkenswerte Aussage nach mehr als 83 Jahren! 

Anm.d.Red.: Per dato hat man in den letzten 20 Jahren in Mainz sage und schreibe mindestens 66 landespflegerische Gutachten in Auftrag gegeben und alleine dadurch die Dauer des Genehmigungsverfahrens um vier bis fünf Jahre verzögert. Die unnötigen Kosten hierfür in Millionenhöhe nicht mitgerechnet. Jeder neue Verkehrsminister lässt sich zu seiner persönlichen Absicherung erst einmal wieder ein neues Gutachten machen. Es wird höchste Zeit, dass der Bund Straßenbauprojekte von herausragender Bedeutung wie den A1-Lückenschluss bald selbst in die Hand nimmt. 

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