CDU vor Ort: Kalk und Zement in Üxheim-Ahütte

Vielfältiger Kalk – CDU-Politiker informierten sich im Portlandzementwerk WOTAN/Kalkwerk Nikolaus Müller über Gegenwart und Zukunftsperspektiven des Gesteinsabbaus

Gordon Schnieder
Gordon Schnieder

Üxheim-Ahütte. Am 17. September besuchten Gordon Schnieder, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag Vulkaneifel, und weitere Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion das Zement- und Kalkwerk in Üxheim-Ahütte. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Jörg Ramcke, gab zusammen mit zwei Mitarbeitern in einem Vortrag und einer anschließenden Werksbesichtigung einen Überblick über Geschichte und Gegenwart der Kalkerzeugung und Zementproduktion. Bereits vor 2000 Jahren gruben die Römer in der Eifel nach mineralischen Rohstoffen. Seit dem Jahr 1835 brannte der aus Ahütte stammende Heinrich Müller in Üxheim Kalk. Im Jahr 1923 bauten die Brüder Heinrich und Jean Schneider dort eine weitere Firma auf, in der zunächst Kalk, wenige Jahre später dann auch Zement produziert wurde. Auch in der Gegenwart sind mineralische Rohstoffe unverzichtbar: Jeder Deutsche verbraucht am Tag rund 20 Kilogramm. Dabei reicht das breite Spektrum über die geringen Mengen Kalk, die in Tabletten stecken, über den Kalk, der bei der Stahlerzeugung und als Dünger verwendet wird, bis zu den Kalksteinen und dem Zement, die zum Bauen benötigt werden. In Üxheim wird aus dem in der Hillesheimer Kalkmulde geförderten Material jährlich unter anderem 50.000 Tonnen Branntkalk und rund die zehnfache Menge Zement gefertigt. Die Firma bietet neun Sorten Zement an, die sich deutlich in ihren Eigenschaften unterscheiden: Sie härten in längerer oder kürzerer Zeit aus und variieren in der Festigkeit und Belastbarkeit des fertigen Betons. Innovationen machen ständig hohe Investitionen erforderlich. Allein seit dem Jahr 2008 wurden in Üxheim 40 Millionen Euro aufgewendet. Hinzu kommen tarifliche Lohnkosten von mehreren Millionen Euro jährlich. Moderne Technik und mehr als 110 leistungsfähige Mitarbeiter sind erforderlich, um am Markt gegen internationale Großkonzerne bestehen zu können.

In Deutschland steht die Rohstoffgewinnung in Konkurrenz zu anderen Zielen, etwa dem Artenschutz. Dass es möglich ist, Kalkstein abzubauen und dies umweltschonend zu gestalten, beweist das Unternehmen seit mehr als 30 Jahren. Der Geschäftsführer stellte dies anhand mehrerer Beispiele dar: Abgebaute Flächen werden entweder rekultiviert oder renaturiert, wodurch sich neue Lebensräume für Fauna und Flora ergeben, wie der Weinberg bei Kerpen eindrucksvoll beweist. Aber auch die Steinbrüche selber bieten neuen Lebensraum, so z.B. für den Uhu. Heute beheimatet der Landkreis Vulkaneifel die deutschlandweit größte Population. Für Geologen sind aufgelassene Lagerstätten wertvolle Forschungsobjekte. Geo Aufschlusspunkte, die zum Beispiel in Berndorf Rauheck bestehen, werden zunehmend auch für Touristen interessant; denn sie erlauben eindrucksvolle Blicke in die Erdgeschichte.
Gordon Schnieder dankte für die eindrucksvolle Führung und hob den Stellenwert der Firmen heraus, die mineralische Rohstoffe veredeln und eine entsprechende Wertschöpfungskette haben. Diese benötigen langfristige Planungssicherheit. Er zeigte sich zuversichtlich, dass diese in nächster Zeit mit der Fortschreibung des regionalen Raumordnungsplans erreicht werden kann.

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