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Köln – Koblenz – Trier: Bund schiebt Fernverkehr auf Abstellgleis

Region. Die Deutsche Bahn AG zieht sich weiter aus dem Fernverkehr zurück. Heftig kritisiert wird beispielsweise die Abkopplung von Trier zum kommenden Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2015. Angebotsverschlechterungen im Fernverkehr gibt es aber nicht nur an der Mosel, sondern bereits zwischen Köln und Koblenz. Pendlerinnen und Pendler sowie Touristinnen und Touristen werden vor neue Probleme gestellt. Hierzu teilen die beiden Landtagfraktionen BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit:

Jutta Blatzheim-Roegler, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz: „Die Bundesregierung und ihr Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) agieren nicht nur bei der Ausländer-Maut, sondern auch bei der Bahnpolitik völlig kopflos. Der Bund hat die Zuständigkeit für die Organisation des Bahn-Fernverkehrs und schiebt die Verantwortung wie im Falle der Anbindung Trier verantwortungslos auf das jeweilige Land ab. Gleichzeitig sitzt der Bund gegen den Länderwillen die Bereitstellung von ausreichenden Mitteln für den Regionalverkehr aus. So fährt man die Schiene an die Wand und darf sich nicht wundern, wenn letztendlich sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr die Kunden wieder auf den eigenen Pkw zurückgreifen oder in den Fernbus wechseln.“

Rolf Beu, bahnpolitischer Sprecher der NRW-Landtagsfraktion: „Die Strecke Köln-Bonn ist die am stärksten nachgefragte Strecke Nordrhein-Westfalens. Die meisten Züge sind proppevoll. Statt sich zu verbessern, streicht die Bahn ihr Angebot zusammen. Das bedeutet noch schlechtere Verbindungen für alle Menschen in den Städten an der Trasse. Wer bisher den Fernverkehr genutzt hat, wird häufiger auf die ohnehin schon überfüllten Nahverkehrszüge ausweichen müssen. Außerdem müssen mehr Fahrgäste in Köln umsteigen, ohne dass sie gute Anschlusszüge bekommen. Das sind nicht hinnehmbare Einschnitte.

Dahinter steckt offenbar die Kalkulation der Bahn, dass der Nahverkehr bezuschusst wird und das Unternehmen dadurch mehr öffentliche Gelder für die Verbindungen kassieren kann. Bund und Land dürfen sich so nicht über den Tisch ziehen lassen. Diese Entwicklung widerspricht allen Regeln der Vernunft. So gelingt keine umweltfreundliche Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Zudem verlieren Köln und Bonn mit den InterCities Direktverbindungen in die europäische Hauptstadt Luxemburg. Gerade für Bonn als Sitz vieler Ministerien und Verbände ist dieser Wegfall von Zügen in die EU-Stadt und Sitz des Europäischen Gerichtshofs nicht akzeptabel.“

Hintergrund:
Diese Verbindungen werden sich ab dem 14. Dezember 2015 verschlechtern:

Richtung Luxemburg

  • Der IC Köln Hbf ab 14:18 Uhr -> Bonn -> Remagen -> Andernach -> Koblenz -> Trier -> Luxemburg (täglich) wird gestrichen.
  • Der IC Köln Hbf ab 16:18 Uhr -> Bonn -> Remagen -> Andernach -> Koblenz -> Trier -> Luxemburg (Mo-Fr) wird gestrichen. Teilweise Kompensation durch einen neuen ICE 16:09 Uhr ab Köln Hbf bis Bonn Hbf (Mo-Fr, So)
  • Der IC Köln Hbf ab 18:18 Uhr -> Bonn -> Remagen -> Andernach -> Koblenz -> Trier -> Luxemburg (täglich) verkehrt nur noch Mo-Fr und So und nur noch bis Koblenz Hbf.

 Richtung Köln

  • Der IC Luxemburg -> Trier -> Koblenz -> Andernach -> Remagen -> Bonn -> Köln Hbf an 09:42 Uhr (Mo-Sa) verkehrt nur noch ab Koblenz Hbf.
  • Der IC Luxemburg -> Trier -> Koblenz -> Andernach -> Remagen -> Bonn -> Köln Hbf an 11:42 Uhr (täglich) wird gestrichen.
  • Der IC (Luxemburg [nur So]) -> Trier -> Koblenz -> Andernach -> Remagen -> Bonn -> Köln Hbf an 17:42 Uhr (Mo-Fr, So) wird gestrichen.
    Teilweise Kompensation durch einen neuen ICE ab Bonn Hbf nach Köln Hbf mit gleichen Fahrzeiten (Mo-Fr, So)

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.