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24h: Ein Kiwi in der Eifel

  • 25. 24h-Rennen für Wayne Moore
  • Dubai, Bathurst sind tolle Strecken aber an die Nordschleife kommt nichts ran.

Der Neuseeländer Wayne Moore feiert beim ADAC Total 24h-Rennen 2019 sein 25. Jubiläum bei der berühmten Hatz durch die Eifel. Damit ist er der Fahrer mit den meisten Starts unter nicht deutscher Flagge.

In den frühen 90ern lud der deutsche Florian Schmidt – damals Co-Pilot von Wayne Moore – den Neuseeländer zu den 24h-Rennen auf der Nordschleife ein, da es sich als \“Training\“ für die bevorstehende Asphalt-Rallye auf der Isle of Man anbot. Zusammen mit Eberhard und Norbert Rattunde wurde so der Grundstein für eine 17-jährige \“Fahrgemeinschaft\“ mit diversen Fahrzeugen aus dem VW-Konzern gelegt.

Seither hatte der Kiwi Moore alle Höhen und Tiefen erlebt, die einem bei dem 24h-Rennen in der Eifel nur passieren können: Von zwei Klassensiegen, über eine Teilnahme mit extra aus Neuseeland eingeflogenen Honda Civic bis hin zu einem finanziell sehr klammen Einsatz bei dem kaum genug Geld für die Reifen vorhanden war.

Als der Ringboulevard noch ein gelb blühendes Rapsfeld war, das 24h-Rennen ins Guinness Buch als weltweit größte Motorsportveranstaltung aufgenommen wurde, oder aus Sicherheitsgründen Tempolimits eingeführt wurden, Wayne war immer dabei, nicht einmal ein gut bezahlter Job oder der Tod seines Vaters konnte den Mann von der anderen Seite der Weltkugel davon abhalten die 24h auf dem Nürburgring zu bestreiten.

Mittlerweile hat der Kiwi auch dreimal die 24h in Dubai und zweimal das 24h-Rennen im australischen Bathurst bestritten. \“Bathurst oder Dubai sind auch tolle Strecken, aber die Emotionen, das Adrenalin, die ganze Stimmung, so etwas gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Diese Verbindung zwischen den Fan-Massen und den Fahrern ist einfach einmalig.

Es ist mein 25. 24h-Rennen hier und ich bin immer noch so aufgeregt. Man muss einfach hier gewesen sein um das verstehen zu können, weil es einfach keine Worte dafür gibt,\“ schwärmt Moore über den Ring.

Zu seinem Jubiläum 2019 pilotiert Moore einen BMW 335 E92 #54 des dänischen Scangrip Racing Teams zusammen mit Landsmann Michael Eden und dem Dänen Niels Borum.

Gefragt nach seinen einprägsamsten Erinnerungen antwortet Wayne Moore:

„Meine schönsten Erinnerungen aus den letzten 25 Jahren hier sind natürlich meine beiden Klassensiege. Aber wenn man nach einem Problem am Fahrzeug doch wieder auf die Strecke fahren kann und das Rennen dann auch noch beendet, fühlt sich das ganze genauso gut wie ein Sieg an und das gab es einige Male. Ich erinnere ich auch noch gut an mein erstes 24h-Rennen 1994 hier, dass definitiv mein schwerstes Rennen war. Kaum jemand sprach damals Englisch und als ich hier ankam, wusste ich nichts über die Strecke. Ich saß stundenlang im Hotel und lernte den Verlauf und die Bremspunkte anhand von Karten, die meine Teamkollegen angefertigt hatten, bis mein Kopf rauchte. Deshalb kann ich jedem Newcomer nur empfehlen, nehmt euch die Zeit und lauft die Strecke ab und lasst es ruhig angehen. Nichts auf der Welt ist wertvoller als die Strecke vorher einmal in echt gesehen zu haben und das Rennen selbst geht 24 Stunden, es wird also nicht in der ersten Kurve gewonnen.“         (red/pd)

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.