Rückkehr der restaurierten Figur des heiligen Servatius

Nettersheim-Engelgau. Am 13. Mai kehrt die spätmittelalterliche Figur des Eisheiligen Servatius nach einem Jahr der Restaurierung in die Ahekapelle in der Nähe von Nettersheim-Engelgau zurück. Der Heilige hatte sich beim Servatiusfest im letzten Jahr verabschiedet nach dem Motto: Ich bin dann mal weg in Kur im Bayerischen Wald!

Schon eine Pieta aus dem 15. Jahrhundert wurde vom Figurenmaler Rudolf Ranzinger aus Kumreuth in mühevoller Kleinarbeit restauriert und hat seit 2017 ihren Platz in der Ahekapelle gefunden.

Der Zahn der Zeit hat auch an der mittelalterlichen Figur des heiligen Servatius genagt. An vielen Stellen war die Farbe abgeblättert und es wurde deutlich, dass manche Farben in der Vergangenheit unfachmännisch aufgetragen worden waren. Herr Ranzinger hat an verschiedenen Stellen die ursprüngliche Farbgebung aus dem 15. Jahrhundert aufgedeckt und der Heilige präsentiert sich nach der Restaurierung wieder so, wie er ursprünglich ausgesehen hat. In der Fachliteratur über die Ahekapelle ist zu lesen: Wertvollstes Ausstattungsstück ist eine Figur des heiligen Servatius aus dem 15. Jahrhundert.

Es grenzt an ein Wunder, dass die Figur beim großen Diebstahl 1966 nicht in der Kapelle war. Auch heute werden die wertvollen Figuren der Pieta und des Servatius an einem sicheren Ort außerhalb der einsam gelegenen Kapelle aufbewahrt. Nur zu Gottesdiensten werden die Originale in der Ahekapelle aufgestellt. Man bediente sich eines Tricks, damit die Figuren auch sonst in der Ahekapelle sichtbar sind. Beide Figuren sind fachmännisch fotografiert worden. Die Bilder wurden auf die Originalgröße der Figuren gebracht, auf ein Platte aufgezogen und wer es nicht weiß, wird auf den ersten Blick kaum erkennen, dass es nur ein Foto von der Figur ist. So bietet sich dem Besucher der Ahekapelle ein harmonisches Bild der wertvollen Ausstattung des Gotteshauses. Neu ist lediglich das Gehäuse, in dem der heilige Servatius aufgestellt wird. Es handelt sich dabei um einen neugotischen Schrein, der Ende des 19. Jh. in der Werkstatt von Ferdinand Langenberg aus Goch am Niederrhein aus Eichenholz geschnitzt wurde. Ausgestaltet ist der Schrein wie ein gotischer Chor und fügt sich so harmonisch in die Ahekapelle ein, die ja ebenfalls einen gotischen Chor hat.

Leider muss das Servatiusfest in diesem Jahr wegen der Coronakrise ausfallen. Aber auch hier bediente man sich eines Tricks und wird die Festandacht am 13. Mai um 20 Uhr per WhatsApp übertragen. Wer bei der Andacht dabei sein möchte und WhatsApp auf seinem Handy hat, kann sich unter der Nummer 0163/2638949 mit der Nachricht „Andacht Start“ bis Mittwoch, 13. Mai um 14 Uhr melden. Übrigens, der heilige Servatius ist auch der Patron bei Todesfurcht. So kann man sich vertrauensvoll an ihn wenden, wenn man Angst vor dem Tod hat. Wer würde das in Zeiten von Corona nicht tun wollen? Wer einen persönlichen Einzelsegen bekommen möchte, kann am Mittwoch, den 13. Mai von 14 bis 19 Uhr in die Ahekapelle kommen. Dieser wird mit dem gebotenen Abstand durch Pastor Gary Albrecht aus Essen zugesprochen.

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