Delegiertenversammlung 2019 der Kreishandwerkerschaft MEHR

Gerolstein. „Die Selbstverwaltung im Handwerk steht und fällt mit dem freiwilligen Engagement von ehrenamtlich Aktiven. In den Vorständen und Gesellenprüfungsausschüssen unserer hiesigen Innungen sind das rund 500 Handwerkerinnen und Handwerker, sowie Lehrinnen und Lehrer der Berufsbildenden Schulen. Stellvertretend sage ich Ihnen heute hier dafür von Herzen: Dankeschön!“ Mit diesen Worten eröffnete Vorsitzender Kreishandwerksmeister Raimund Licht die Jahresversammlung der Kreishandwerkerschaft MEHR am Samstagnachmittag in Gerolstein, wo er die Delegierten der Innungen in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Landkreis Vulkaneifel, die zusammen die Kreishandwerkerschaft MEHR bilden, sowie alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Geschäftsstellen in Wittlich und Prüm willkommen hieß. Ein besonderer Gruß galt zudem Rudi Müller, dem Präsidenten der Handwerkskammer Trier und dem Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf.

v.l.n.r.: Hermann Waldorf, Vors. Raimund Licht und Harald Schmitz, Foto: Kreishandwerksmeister 2019

Der Vorsitzende betonte das herausragende ehrenamtliche Engagement im Handwerk und dankte allen Delegierten stellvertretend für die geleistete Arbeit, forderte aber auch eine deutlichere Positionierung und mehr Einflussnahme in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsgängen durch die Handwerksorganisationen. Präsident Müller unterstrich dies und berichtete weiterhin über die strategische Neuausrichtung, in der sich die Handwerkskammer Trier aktuell befindet. Insbesondere die Kommunikation zwischen den Handwerksorganisationen selbst, sowohl im Ehrenamt als auch im Hauptamt, müsse stetig gepflegt und ausgebaut, die Zusammenarbeit und Aufgabenteilung nachhaltig optimiert werden.

Anschließend erläuterte Geschäftsführer Dirk Kleis die Jahresrechnung der Kreishandwerkerschaft MEHR und ebenso die Jahresabschlüsse ihrer Tochtergesellschaften, der Mittelstandberatungsgesellschaft KH mbH und des Arbeitsmedizinischen- und Sicherheitstechnischen Dienstes der KH (AMD-KH). Bevor Kassenprüfer Peter Floss von der Kassenprüfung Kreishandwerkerschaft am 4. November 2019 berichtete. Da einwandfreie Kassenführung – ohne Beanstandungen bestätigt werden konnte, empfahl Floss daraufhin der Versammlung, dem Vorstand und der Geschäftsführung Entlastung zu erteilen, was dann auch einstimmig erfolgte.

Sodann stellte Geschäftsführer Kleis den Haushaltsplan 2020 sowie die mittelfristige Finanzplanung für die Folgejahre vor und ging in seinen Ausführungen auch auf den Negativ-Trend im Organisationsgrad in allen Innungen in Rheinland-Pfalz ein. Zudem thematisierte er die Entwicklung der Prüflingszahlen bei den Gesellenprüfungen in Hoheit der Innungen in den kommenden Jahren. Besonders im Prüfungswesen sei eine stärkerer innungs- und prüfungsauschussübergreifende Zusammenarbeit maßgeblich, um alle ehrenamtlich Aktiven insgesamt nicht an die Belastungsgrenze von Freiwilligen-Arbeit zu bringen. Innerhalb der Verwaltung sei für eine generelle Optimierung in der Organisation des Prüfungswesens bereits mit der Umsetzung begonnen worden. Mit mehr Transparenz und einer klaren Verständigung über die rechtlichen Rahmenbedingungen – inkl. regelmäßigeren Schulungs- und Erfahrungsaustauschangeboten sollen die Abläufe innerhalb der Geschäftsstellen verbessert, und damit nicht zuletzt auch alle ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer entlastet werden.

„Denn nur mit einer modernen Organisationsstruktur innerhalb der Verwaltung, der Nutzung zeitgemäßer Kommunikationsmittel und einer guten technischen Infrastruktur in der Arbeit für das Ehrenamt und mit dem Ehrenamt, wird die Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufgaben für alle, auch auf lange Sicht für uns machbar bleiben“ so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft MEHR und ihrer Innungen, deren Existenz auf freiwilliger Mitgliedschaft Weniger basiert.

Für diese und weitere große Aufgaben in der Zukunft, kann sich das Team im Hauptamt um Geschäftsführer Kleis dabei auch weiterhin auf eine starke Führungsriege im Ehrenamt verlassen. Zwar wurde der bisherige Kreishandwerksmeister Bernd Elsen am 22. November dieses Jahres von der Vollversammlung zum Vizepräsidenten der Handwerkskammer Trier gewählt und kann somit nicht mehr – auch parallel einer Kreishandwerkerschaft rechtlich vorsitzen. Der Elektro-Meister aus Speicher bleibt aber Mitglied im KH-Vorstand und wird sicherlich auch mit zur Verbesserung der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit beitragen können.

Zudem hat sich aus den Reihen des Vorstands ein Kandidat gefunden: Harald Schmitz aus Großlittgen wird als neuer Kreishandwerksmeister, gemeinsam mit Herrmann Waldorf und Vorsitzendem Raimund Licht die Kreishandwerkerschaft MEHR im Ehrenamt leiten.

Der 55-jährige Bauingenieur gehört dabei zu den Dienstältesten im KH-Vorstand und steht zudem als Obermeister der Baugewerbe-Innung MEHR – einer der größten Innungen innerhalb Organisation – vor. Für Schmitz selbst kam der Vorschlag der Kollegen, ihn als Kreishandwerksmeister ins Rennen zu schicken, in der Vorstandssitzung zwar überraschend. Selbstverständlich stehe er aber zur Verfügung, wenn er gebraucht werde, sagt Harald Schmitz und freut sich jetzt, nachdem die Delegiertenversammlung ihn in Gerolstein einstimmig ins Amt berufen hat, auf seine neuen Aufgaben als Kreishandwerksmeister.

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