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Stefan Heck aus Schalkenmehren

Satelliteningenieur

- 23.12.2009 -
 

Stefan Heck, Diplomingenieur für Hochfrequenztechnik und Spezialist für Satelliten beim norwegischen Telekommunikationskonzern Telenor, war im Oktober 2009 im  Raketenabschusszentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Kourou in Französisch-Guayana, Südamerika, beim Start „seines“ Satelliten Thor 6 mit einer Ariane-Trägerrakete dabei. Den Bau dieses Satelliten hat er in den letzten zwei Jahren als Projektleiter von Telenor  in Südfrankreich begleitet und die Tests überwacht. Am karibischen Strand bei 40 Grad im Schatten und in Gesellschaft von haarigen Riesenspinnen sowie niedlichen Geckos nahm er die letzten Tests vor dem Start ab.

Stefan Heck und seine Schwester Andrea hatten schon als Grundschulkinder ausgefallene Hobbies: sie sammelten Amphibien und hielten sie im Garten. In der Eifellandschaft gruben sie nach Versteinerungen aus dem Präkambrium. Sie verfolgten die Expeditionen von Jacques Cousteau und Heinz Sielmann. Sie verschlangen alle Bücher, die ihnen in die Hände fielen, insbesondere wissenschaftliche, und waren überzeugt, dass sie als Forscher an die Grenzen der Zivilisation und ins Weltall vorstoßen würden. Der Vater, Josef  Heck, stammt aus einer Bauernfamilie in Hasborn und die Mutter, Gertrud Maas ist aus Schalkenmehren, wo Stefan 1963 geboren wurde und aufwuchs.

Stefan Heck beschäftigte sich in seiner Gymnasialzeit mit Amateurfunk, baute Radios und Antennen, und studierte schließlich an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen Elektrotechnik mit Schwerpunkt Hochfrequenztechnik. In den Semesterferien nahm er regelmäßig Jobs an, die mit Technik zu tun hatten. Das ging von Tätigkeiten als Fernsehtechniker bis hin zum Bau von Spezialantennen. Auf diese Weise hatte er schon umfangreiche praktische Erfahrungen gesammelt, als er seine Diplomarbeit abschloss.

Gleich seine erste Stelle führte ihn ins Ausland, nach Tromsö in Nordnorwegen. Dort suchte die Forschungsorganisation EISCAT genau so einen Mitarbeiter – einen etwa 25-jährigen Hochfrequenz-Ingenieur mit zehn Jahren „Berufserfahrung“. Nach einem Kurzbesuch im Mai, bei dem noch Schnee lag, war der Vertrag unterschrieben, und für die nächsten zehn Jahre wurde die Universitätsstadt nördlich des Polarkreises seine Heimat. Er war für den Betrieb und die Erweiterung von Radarstationen in Norwegen, Schweden und Finnland verantwortlich, mit denen der Einfluss des Sonnenwinds auf die Erdatmosphäre und das Erdmagnetfeld erforscht wird. Auch die skandinavischen Sprachen und die Lebensweise der Norweger wurden ihm vertraut.
In Tromsö lernte er auch seine Lebensgefährtin kennen – eine Norwegerin. Er baute noch eine neue Radarstation auf Spitzbergen auf, wo die Polarnacht schon vier Monate dauert, statt nur zwei Monate wie in Tromsö, und wo man beim Spaziergang gelegentlich Eisbären beobachten kann. Irgendwann wird einem allerdings diese ständige Dunkelheit zu öde, und man wünscht sich in einer Zone des Planeten zu leben, wo es mehr Sonnenschein und weniger Dämmerung gibt.

Ende der neunziger Jahre zog er nach Oslo, wo er sich bei der Telekommunikationsfirma Telenor mit Satelliten beschäftigte, sowohl technischen als auch geschäftlichen Problemen. Nebenbei absolvierte er ein Wirtschaftsstudium an der Uni. Nach einigen Jahren in Oslo bot sich dann die Gelegenheit, den Bau eines Satelliten in Südfrankreich als Projektleiter zu betreuen. So zog er mit der Familie für ein Jahr nach Toulouse, wo der Satellit gebaut wurde, und anschließend für ein weiteres Jahr nach Cannes, wo die Nutzlast entstand und das Gesamtkonzept getestet wurde. Natürlich musste er wieder seine Sprachkenntnisse erweitern, so dass er nun neben Deutsch, Englisch, Norwegisch und Schwedisch recht passabel Französisch spricht.

Unabhängig davon, wo in Europa er gerade wohnt, kommt Stefan Heck gerne und regelmäßig in die Eifel zurück, um Familie und Freunde zu besuchen und die wunderschöne Landschaft zu genießen. In diesem Sommer hat er wieder einige Motorradtouren durch die Eifel unternommen.

Natürlich war der Start des Satelliten Thor 6 erfolgreich. Nun umkreist dieser die Erde in rund 12.000 km Höhe. Stefan Heck leitete noch einige Wochen die In-Orbit Tests von der norwegischen Basisstation aus, bevor er ihn dann endgültig seiner Bestimmung übergeben konnte. Fotos und Videos vom Start findet man unter http://www.telenorsbc.com/templates/Page.aspx?id=744
Autorin: Andrea Heck
 

- Artikel aus Eifelzeitung 52. KW 2009 -

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